51.500 Zuschauer in einer prall gefüllten Arena: Das wäre genau das gewesen, was sich Jürgen Grabowski für das Spiel seiner Eintracht gegen den VfL Bochum gewünscht hätte. Doch erlaubt waren „nur“ 25.000 – und auch sie bewiesen viel Gespür, als es galt, dem großen Frankfurter Fußball-Strategen in einem würdigen Rahmen und mit einer Schweigeminute die letzte Ehre zu erweisen.

Ihm, dem Ehrenspielführer der Eintracht, Fußball-Weltmeister 1974, DFB-Pokalsieger 1974 und 1975 sowie UEFA-Pokalsieger 1980. Die Ikone, Legende und Integrationsfigur der Eintracht war am Donnerstagabend im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit in seiner Geburtsstadt Wiesbaden gestorben. Für die Fans der Eintracht, „seiner“ Eintracht, steht außer Frage: „Helden leben lange, und Legenden sterben nie. Doch auferstehen werden nur Götter. Bis bald, Grabi!“

So stand es in riesigen weißen Lettern in der Nordwestkurve geschrieben. Auf dem Videowürfel über dem Anstoßkreis war eine Viertelstunde vor dem Anpfiff ein kurzer Film über Jürgen Grabowski zu sehen. Über den genialen, stets bescheiden aufgetretenen Profi, der sich Millionen von Fußballfreunden ins Herz gespielt hat und dessen Tod eine riesengroße Lücke gerissen hat. Einen wie „Grabi“, den hat es bei der Eintracht nur einmal gegeben. Peter Fischer fand bewegende Worte, um an den größten Spieler des Vereins zu erinnern.

Der Präsident, der Grabowskis Frau Helga gemeinsam mit Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel im Arm hielt, sprach von einem „schweren Tag. Jeder von uns hat Bilder, Erlebnisse, Erinnerungen, Szenen von Jürgen im Kopf.“ Fischer las den Spruch aus der Kurve vor – und er korrigierte, denn für Fischer steht außer Frage: „Jürgen wird nie ganz gehen.“ An Grabowskis Witwe gewandt, versprach Fischer, in das weite Rund des Stadions und auf die Zuschauer blickend, jetzt und für alle Zeit: „Helga, das ist Deine Familie.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link