Eine wunderbare Geschichte, eine traumhafte Entwicklung. Vor ein paar Monaten noch kickte Ansgar Knauff für die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund in der dritten Liga. Und jetzt? Jetzt mischt der Offensivspieler die Europa League auf. Kürzlich 20 Jahre alt geworden, kennt der Frankfurter Leihspieler des BVB nur eine Maxime: Immer volle Pulle, immer alles geben.

So wie im Viertelfinale gegen den großen FC Barcelona, als er mit einem Traumtor überzeugte. Und so wie jetzt auch im Halbfinale bei West Ham United. Diesmal ging es schneller, viel schneller, bis Knauff und mit ihm die gesamte Mannschaft jubeln konnten. Fünfzig Sekunden nur dauerte es, dann lag der Ball im Tor der Engländer – und es mutet ein Stück weit unwirklich an, dass der flinke Außenmann diesen Treffer nicht mit dem Fuß, sondern mit dem Kopf erzielte.

Knauff erwischte genau den richtigen Moment, um zielstrebig in den Strafraum der Hammers einzudringen, auf die Flanke von Rafael Borré zu warten und den Ball an United-Keeper Alphonse Areola vorbei über die Linie zu bringen. „Das war ein tolles Gefühl in diesem unglaublichen Spiel“, sagte Knauff später, als der Coup von London perfekt war. „Der Ball von Rafael vor dem 1:0 war super in Richtung Tor gedreht, da musste ich nur noch den Kopf hinhalten.“

Eine Disziplin, die Knauff eigentlich überhaupt nicht liegt, wie auch sein Trainer in einer launigen Anekdote erzählte. Trainer Oliver Glasner berichtete zu vorgerückter Stunde in den weitläufigen Katakomben des London Stadium von dem Trainingsritual, an dem auch und vor allem Knauff eine Rolle spielt. So gehört es zum regelmäßigen Ausklang einer Übungseinheit, mit Flanken und Kopfbällen letzte Ausrufezeichen zu setzen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link