Der Mann mit den langen grauen Haaren steht nicht mehr an der Seitenlinie. Jorge Jesus hatte in den vergangenen 13 Jahren den Lissabonner Traditionsverein Benfica so stark geprägt wie kein anderer Trainer. Doch Ende Dezember war endgültig Schluss: Nach einer 0:3-Niederlage im Pokalachtelfinale gegen den Erzrivalen FC Porto trat Jesus zurück und beendete damit vorzeitig seine zweite Benfica-Amtszeit.

Vereinspräsident Rui Costa ernannte Nélson Veríssimo, den Trainer der zweiten Mannschaft, zum Interimscoach. Dahinter steckte auch die Hoffnung, eine vereinsinterne Lösung für die Trainerposition zu finden, die gleichzeitig Benficas Nachwuchsbereich zu neuem Leben erwecken soll.

Veríssimo fehlt zwar die Ausstrahlung und Emotionalität seines charismatischen Vorgängers, aber er kennt das Potential der hauseigenen Fußballschule sehr gut. Der 44 Jahre alte ehemalige Innenverteidiger ist seit 2012 bei Benfica tätig. Er saß als Assistenzcoach des damaligen Cheftrainers Bruno Lage (jetzt Wolverhampton Wanderers) auf der Bank, als der Lissabonner Verein im Mai 2019 das bisher letzte Mal die Meisterschaft gewinnen konnte. Und er führte im Anschluss Benfica B auf den ersten Platz der zweiten portugiesischen Fußballliga.

Der Nachwuchs muss ran

Benficas hauseigene Fußballschule in Seixal, im Süden der portugiesischen Hauptstadt, hatte sich im vergangenen Jahrzehnt vorübergehend zu einer wahren Goldgrube für den Traditionsverein entwickelt. Spieler wie Bernardo Silva, João Cancelo, Ruben Dias (alle Manchester United), João Felix (Atlético Madrid) oder Renato Sanches (OSC Lille) wechselten in jungen Jahren für viel Geld zu europäischen Spitzenklubs.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link