4 Fragen, 4 Antworten: Trainer Martin Schmidt hat die Pleite des FC Neu-Anspach II in Wehrheim abgehakt und sieht das Team auf Augenhöhe gegen Eschbach. Die A-Jugend hilft aus.

NEU-ANSPACH – Mit dem 3:4 im Derby bei der SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach hat der FC Neu-Anspach II in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus die dritte Saisonniederlage kassiert. Aber die hatte es in sich, weil am Ende drei umstrittene Platzverweise aufseiten des FC sowie ein Gegentreffer in der Schlussminute die Derbypleite besiegelten. Der UA sprach mit Trainer Martin Schmidt über die Folgen des Dramas, die Ausgangslage vor dem nächsten Nachbarschaftsduell gegen Eschbach/Wernborn und die sich zuspitzende Personallage.

Mit etwas Abstand: Wie kommentierten Sie die drei Roten Karten in Wehrheim und welche Auswirkungen hat das auf die nächsten Spiele?

Ich habe mit den Jungs gesprochen und gehe sehr kritisch mit ihnen um, wenn sie schlecht spielen. Aber am Sonntag mache ich ihnen ganz klar keinen Vorwurf. Wir waren 75 Minuten in Unterzahl, zeigten tolle Moral und einen richtigen Fight, waren die bessere Mannschaft und mussten mit fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen umgehen. Alle drei Platzverweise gegen uns waren nicht berechtigt. Das Spiel ist abgehakt und wir schauen jetzt nach vorne. Am Sonntag wollen wir unsere Leistung bestätigen. Das Spiel wird uns nicht aus der Bahn schmeißen, sondern wir werden Moral und Wille zeigen, wieder zu gewinnen.

Nach der Niederlage in Wehrheim geht es im Duell mit Eschbach/Wernborn um Platz vier. Was muss die Mannschaft besser machen, um in die Erfolgsspur zurückzukehren?

Besser machen müssen wir nichts. Denn spielerisch und kämpferisch sowie in Sachen Moral und Charakter passt alles. Das Training läuft gut. Da müssen wir nichts verändern, sondern eher darauf aufbauen. Die Jungs sind heiß auf das nächste Spiel und wollen wieder gewinnen. Mit Mentalität und Einstellung wollen wir wieder drei Punkte mitnehmen. Die Niederlage ist abgehakt. Es wird spielerisch nichts verändert. Ich habe Eschbach mehrfach gesehen, sie gehören definitiv ins erste Tabellendrittel. Das wird keine leichte Aufgabe. Man kennt sich und es wird interessant, weil sich beide auf Augenhöhe begegnen und Kleinigkeiten entscheiden werden.

Im Gruppenligateam herrscht Personalnot. Nach den drei Roten Karten reduziert sich Ihr Kader weiter. Wie verkraftet die Mannschaft den personellen Aderlass?

Neben den gesperrten Marc Schneider, Said Talhaoui und Miguel Bernardo de Oliveira werden auch die im letzten Spiel verletzt ausgeschiedenen Gerome Rossner und Emre Ertem fehlen. Es wird aber auch zwei Rückkehrer geben. Unser Plus ist, dass wir in beiden Mannschaften einen breiten Kader haben. Wir haben in der Saison bereits im Gruppenligakader ausgeholfen. Jetzt müssen wir niemanden abgeben. Die A-Jugend wird bei uns aushelfen. Das passt gut und ist bei uns kein Problem.

Mit nur 26 Toren haben Sie 20 Punkte geholt. Warum trifft die Mannschaft nicht öfter das Tor?

Absoluter Garant für unseren Erfolg ist die stabile, geordnete Defensive. Das gute Abwehrverhalten wird von der kompletten Mannschaft umgesetzt. Mit der Offensive sind wir auch zufrieden, denn wir müssen auf unsere etatmäßigen Stürmer Caglayan Karagöz, Ersin Kaya und Hovhannes Zamanyan die komplette Runde verzichten. Daher wechseln wir häufig und verteilen die Verantwortung auf viele Köpfe. Diese Improvisation verläuft sehr positiv und die Mannschaft nimmt das an. Die Personallage hat den positiven Effekt, dass in unserem ausgeglichenen Kader jeder die Möglichkeit erhält, zu spielen. Wir lamentieren nicht, sondern nehmen die Herausforderung positiv an und darin spiegelt sich unser Gesamtbild wider.

Quelle: Lauterbacher Anzeiger – Webseiten-Link