DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat vor dem Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins WM-Jahr bekräftigt, dass der Titelgewinn in Qatar ein zwar ambitioniertes, aber berechtigtes Ziel nach dem gelungenen Start unter Bundestrainer Hansi Flick ist. „Realistisch ist es auf jeden Fall. Wir haben Topspieler in unseren Reihen“, sagte Bierhoff am Dienstag im Teamquartier in Neu-Isenburg vor den Länderspielen gegen Israel und in den Niederlanden. Er finde es auch gut, dass Spieler wie Kapitän Manuel Neuer und auch Flick das sportliche Maximalziel öffentlich ausgerufen hätten.

Der 53-jährige Bierhoff sagte aber auch, dass man „nicht als Favorit ins Turnier“ gehe. Unter Flick, mit dem die ersten sieben Partien alle gewonnen wurden, habe man „ein neues Kapitel aufgeschlagen“.

Koch positiv getestet

In den Testspielen am Samstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und im ZDF) in Sinsheim gegen Israel und drei Tage darauf in Amsterdam gegen Holland muss Flick auf Robin Koch verzichten. Beim Defensivspieler von Leeds United ist nach einem Schnelltest auch der PCR-Test positiv ausgefallen. Wegen Corona wird der 25-Jährige nicht zum Kader stoßen, der aktuell noch 23 Akteure umfasst. „Ein WM-Jahr ist immer besonders“, sagte Bierhoff. Das Turnier Ende des Jahres sei sportlich „der krönende Abschluss“.

Der erste Lehrgang im WM-Jahr wird für die deutschen Fußball-Nationalspieler auch zur Bildungsreise in Sachen Menschenrechte. Am Dienstagabend wurden Vertreter von Amnesty International und Human Rights Watch im Quartier der DFB-Auswahl nahe Frankfurt erwartet, um Kapitän Manuel Neuer und Co. „ein tiefergehendes Bild“ zur Lage bei WM-Gastgeber Qatar zu vermitteln, wie DFB-Direktor Oliver Bierhoff berichtete.

Menschenrechtslage in Qatar

„Ich erwarte, dass aufgezeigt wird, was von Menschenrechtsorganisationen angeprangert wird und auf was man achten muss“, ergänzte Bierhoff. Der Info-Abend sei Auftakt einer Serie, die über das gesamte WM-Jahr fortgesetzt werde. Auch der Krieg in der Ukraine werde wohl thematisiert. Neben der Mannschaft wird eine Verbandsdelegation um den neugewählten DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf der Veranstaltung beiwohnen.

„Es ist nicht alles toll, aber es werden Dinge angegangen“, sagte Bierhoff auch angesichts seiner jüngsten Reise an den Persischen Golf und zahlreicher Gespräche über die Situation in Qatar. Der Kontakt zu den Einheimischen sei strikt eingegrenzt und sehr stark auf die politische Führung sowie das OK und die FIFA beschränkt, betonte er.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link