Im Londoner Wembleystadion hat Giorgio Chiellini seinen größten Erfolg als Fußballspieler erlebt. Im vergangenen Sommer wurde Italien dort Europameister. Kapitän und Abwehrchef Chiellini kehrte nicht nur mit einem schönen silbernen Pokal nach Hause zurück, sondern mit einer goldenen Krone. Die hatte sich der 37-Jährige in jener großen Stunde zum Spaß aufgesetzt. Seither ist in Italien die Rede von „Re Giorgio“, König Giorgio.

Am 1. Juni wird er sein letztes Match für die Squadra Azzurra bestreiten. Dann trifft Europameister Italien auf Lateinamerikameister Argentinien, wieder in Wembley. „Es wäre toll, mein letztes Spiel in diesem Rahmen gegen Argentinien zu bestreiten“, sagte Chiellini nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft Juventus Turin bei Sassuolo Calcio. „Wenn ich gesund bin, spiele ich. Es wird sicher meine letzte Partie für die Azzurri.“ Zuletzt war „Chiello“, wie der Hüne aus der Toskana in Spielerkreisen genannt wird, oft angeschlagen oder verletzt. Am Montag brachte Trainer Massimiliano Allegri seinen Kapitän erst eine gute halbe Stunde vor Spielende. „Machen wir den Jüngeren Platz, sie sind gut“, sagte Chellini.

Chiellini ist ein besonderer Fußball-König. Eigentlich immer bei guter Laune, es sei denn Luis Suarez beißt ihn in die Schulter, so geschehen bei der WM 2014 im Match gegen Uruguay. Dem Beißer Suarez hat der damals empörte Chiellini längst verziehen. „Wir sind uns ähnlich“, stellte er später in seiner Autobiografie fest. Er bezog sich dabei auf die Gerissenheit des Stürmers und seine eigene als Innenverteidiger.

Manche Angreifer fürchten den 1,87-Meter-Mann Chiellini als Gegenspieler regelrecht. Stets spielt er mit vollem Einsatz, technisch nicht immer lupenrein, oft am Rande des Erlaubten. Und dann, auch nach harten Duellen, immer mit einem Lachen auf den Lippen. Spaniens Jordi Alba bekam Chiellinis überbordende Fröhlichkeit vor dem Elfmeterschießen im EM-Halbfinale zu spüren. Beim Losen lachte, drückte und knuffte er den kleinen Katalanen, der von soviel Lockerheit in jenem Moment sichtlich irritiert war. Chiellinis Vertrag bei Juve läuft noch bis Mitte 2023.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link