Die „Lilien“ finden sich sozusagen auf der Absprungrampe. Zwei gelungene Hüpfer noch – und eine neue Umlaufbahn für den Fußballverein aus Darmstadt wäre erreicht. In den vergangenen Jahren waren unter den Aufsteigern immer auch Teams, die sich eigentlich eine stabile Zweitligasaison vornahmen und sich am Ende in der Bundesliga wiederfanden.

Die Aufsteiger der vergangenen Saison Bochum und Fürth waren zuvor alteingesessene Zweitliga-Teilnehmer. Auch Kiel, Heidenheim, die zuvor die Relegation erreichten, und Paderborn fallen in diese Kategorie Überraschungsteams. Nun nimmt Darmstadt 98 die Rolle ein, in einer Spielzeit, in der eigentlich aufgrund der prominenten Besetzung der Liga kein Raum für Überraschungsaufsteiger zu sein schien.

Zwei Spieltage vor Saisonschluss befinden sich die Südhessen auf Tabellenrang zwei der zweiten Bundesliga (punktgleich, aber mit deutlich besserer Tordifferenz vor dem Drittplatzierten Werder). Pole-Position sozusagen – es ist an den „Lilien“, die 32 Spieltage lang erfolgreiche Vorarbeit nun zu veredeln. Qua Tabelle sind aus den ewigen Jägern, die ihr Außenseiterdasein hochhalten und fortwährend auf die besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen der Konkurrenz verweisen konnten, Besitzstandswahrer geworden. Ein monumentaler Erfolg liegt vor dem SV 98 auf dem Silbertablett – natürlich wäre es nunmehr eine enorme Enttäuschung, diese, vielleicht auf Jahre hin einmalige, nicht zu ergreifen.

Wie die Profis mit dieser neuen Perspektive zurechtkommen wird das Match bei Fortuna Düsseldorf an diesem Freitag (18.30 Uhr im F.A:Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky) zeigen. Eine Partie, die eine höhere Hürde darstellt als das mögliche Aufstiegsfinale daheim gegen Paderborn eine Woche später. Zumal gegen die Rheinländer das Hinspiel am Böllenfalltor sowie beide Partien in der Vorsaison verloren gingen und die Düsseldorfer seit dem Amtsantritt ihres neuen Coaches Daniel Thioune seit elf Spielen ohne Niederlage sind.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link