Um den Saisonausgang in der zweiten Liga richtig vorherzusagen, brauchte es reichlich Glück. Allein mit Fußballsachverstand kommt man in dieser von ungemein engem Wettbewerb geprägten Spielklasse nicht weit.

Der Sky-Kommentator im vergangenen Heimspiel gegen Heidenheim war lange ausgesprochen unzufrieden mit dem SV Darmstadt 98. Klar, die Abwehr agiert seit Jahresbeginn nicht mehr so zupackend und der Angriff nicht mehr so treffsicher wie noch zu mitunter glorreichen Hinrundenzeiten. Angesichts des zwischenzeitlichen 0:2-Rückstands gegen clevere Heidenheimer, verstieg der Sky-Mann sich zu dieser Aussage: Im Umfeld der „Lilien“ seien viele froh, dass die Mannschaft schon über 40 Punkte gesammelt habe und daher gesichert sei.

Am Ende gewann der SVD 3:2 und steht nun mit 47 Zählern auf Aufstiegsrang zwei. Neun Spieltage vor Saisonende haben die Südhessen fünf Punkte Vorsprung vor Rang vier. Die Aufstiegschance ist greifbar vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen an diesem Freitag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga und bei Sky).

Nur, was ist, wenn dem SV 98 Mitte Mai tatsächlich die Rückkehr in die Erstklassigkeit gelänge? Vor allem strukturell und wirtschaftlich? Und im Vergleich zum wundersamen zweijährigen Bundesligaintermezzo von 2015 bis 2017. Generell gilt: Der Verein hat sich seit der sportlichen Sensation im Mai 2015 einer Generalüberholung unterzogen. Präsident Rüdiger Fritsch sagt rückblickend: „Wir sind damals dank Glück und Geschick und Fleiß hochgespült worden. Aber ohne die Aufstiege strukturell vorbereitet haben zu können. Das war mitunter wild, ein bisschen wie Abenteuerurlaub. Mit viel Improvisation.“

Das hat sich geändert. Die „Lilien“ sind von innen wie von außen kaum noch wiederzuerkennen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren etabliert und sind heute in einer weitaus besseren Position als damals“, so Fritsch.

„Gesamte Infrastruktur erneuert“

Bezüglich des maroden Stadions hatte der Präsident damals Schlagzeilen gemacht mit dem Spruch: Bevor Pep Guardiola mit seinen Bayern anrücke, werde man in den Katakomben „mal feucht durchwischen“. Wenn die Bayern demnächst wieder anreisten, kämen sie in einem modernen Kabinentrakt in der neu gebauten Haupttribüne unter. Im Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Das Böllenfalltorstadion wird dann ein Fassungsvermögen von 18.600 Plätzen haben.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link