Von Leichtsinn zuletzt keine Spur. Konsequent, zielstrebig, verlässlich: Almamy Touré hat in den vergangenen Monaten überrascht. Gut für den in Mali geborenen Franzosen mit der doppelten Staatsbürgerschaft. Besser noch für die Eintracht, für die der Verteidiger seit knapp dreieinhalb Jahren schon am Ball ist.

Vor allem in der Europa League hat sich der einstige Wackelkandidat zu einer konstanten Größe entwickelt. Als es beispielsweise im Londoner Olympic Stadium galt, auf ungewohntem Posten zu agieren und dabei den siegreichen Frankfurtern eine Stütze zu sein, war Touré ein Garant für Stabilität. Große Worte über Tourés überraschenden Einsatz machte Eintracht-Trainer Oliver Glasner nicht. „Ich habe ihm gesagt: Du spielst.“

Kaum einmal gelang es den Engländern von West Ham, Touré zu überspielen. Auf links war der Franzose fast noch stärker als auf rechts, seiner Lieblingsseite. Dass er dort immer wieder erste Wahl in Glasners Team ist, hängt auch damit zusammen, dass Martin Hinteregger zum Zuschauen verdammt ist. In dieser Saison wird der Frankfurter Abwehrchef verletzungsbedingt nicht mehr eingreifen können. Weder zum Ausklang der Bundesligaspielzeit am Samstag bei Mainz 05 (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky) noch am darauffolgenden Mittwoch beim Spiel der Spiele: dem Finale in der Europa League gegen die Glasgow Rangers (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League sowie bei RTL).

Körperliches und geistiges Comeback

Für den Knüller in Sevilla hat sich Touré rechtzeitig in den Blickpunkt gespielt. Glasner musste seine Mannschaft im Rückspiel gegen West Ham kurz nach dem Anpfiff umstellen – seine Wahl fiel auf den Franzosen. Touré rechts, Tuta zentral, Evan Ndicka links: Als Hinteregger in der siebten Minute endgültig signalisierte, dass es nicht mehr ging, schickte Glasner Verteidiger Touré wie schon beim Hinspiel auf den Platz. Europa – das ist längst nicht nur die Lieblingsspielwiese der Eintracht. Auch Touré fühlt sich dort besonders wohl. Beim Auswärtsspiel Ende September in Antwerpen war er nach langer Verletzungspause wieder dabei und erhielt sofort Lob für seinen schnörkellosen Auftritt.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link