Aus welchem Stoff deutsch-niederländische Fußballduelle sind, bekam Jamal Musiala schon nach wenigen Minuten zu spüren. Sein langes, schwarzes Untershirt überstand die Zerreißprobe durch einen Gegenspieler nicht, fortan bestand einer der Ärmel nur noch aus der Kurzversion. Nach einer halben Stunde musste ein weiterer Mann in Oranje die Textilbremse gegen den jungen Münchner ziehen – und nicht einmal das war das letzte Mal.

Was man nur so deuten konnte: Musiala war ziemlich schwer aufzuhalten beim 1:1 (0:1) am Dienstagabend in der Johan Cruyff Arena zu Amsterdam, und manchmal auch gar nicht. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es Musiala, der einen der seltenen Durchbrüche auf die Grundlinie wagte und schaffte, woraus prompt der deutsche Führungstreffer resultierte. Thomas Müller, der Schütze, packte zum Jubeln die Säge aus, und auch wenn das nicht der Grund gewesen sein dürfte: Für ihn bedeutete es, dass er in den Statistiken nun mit 43 Toren gleichauf mit Uwe Seeler geführt wird.

Was allerdings danach passierte, bot dem Bundestrainer Stoff für ein paar kritische Studien. Denn obwohl es für einen kurze Weile so aussah, steuerte seine Mannschaft nun mitnichten auf den neunten Sieg im neunten Spiel unter Hansi Flick zu – und musste am Ende ziemlich froh sein, nicht als Verlierer den Platz zu verlassen. In der 68. Minute traf Steven Bergwijn zum 1:1, wenig später hatten die Deutschen Glück, dass der englische Schiedsrichter Craig Pawson seinen Elfmeterpfiff nach Intervention des Videoassistenten wieder kassierte; zuvor war Thilo Kehrer robust gegen Memphis Depay zu Werke gegangen.

Erfolgsgeschichte um Musiala

Auch danach hätten die nun druck- und lustvollen Niederländer gut und gerne noch zu einem Treffer kommen könnte. Wie eine titelreife Spitzenmannschaft wirkte die Deutschen da beileibe nicht mehr, wobei man auch sagen musste, dass Flick dann auf eine angemessene Verteilung der Kräfte achtete und mit den Wechselspielen begann.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link