Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre Testspiele gegen Israel an diesem Samstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und im ZDF) und in den Niederlanden am kommenden Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und in der ARD) bestreitet, werden sie bei der Spielvereinigung Greuther Fürth vielleicht die eine oder andere Träne verdrücken. Im Kader von Hansi Flick steht nach dem Hoffenheimer David Raum nämlich nun ein zweiter junger Spieler, der in der vergangenen Saison noch maßgeblich am Aufstieg der Franken in die Bundesliga beteiligt war, danach den Verein wechselte und eine schmerzhafte Lücke hinterließ: Anton Stach, Mittelfeldspieler, seit neun Monaten in Diensten des FSV Mainz 05.

Stachs Name war die Überraschung, als der Bundestrainer sein Aufgebot für die letzten Länderspiele vor Saisonende verkündete. Auch für den Spieler selbst. Er saß, wie er erzählt, im Auto, neben ihm auf dem Beifahrersitz Mannschaftskollege Anderson Lucoqui, der Stach auf einen eingegangenen Anruf mit einer ihm unbekannten Nummer hinwies. Als Stach zurückrief und plötzlich Bundestrainer Flick in der Leitung hatte, „ist mir alles aus dem Gesicht gefallen“, wie er sagt. Vor lauter Schreck sei er gleich zweimal falsch abgebogen.

Der 23-Jährige gehört nicht zu jenen Talenten, die sich über ein Nachwuchsleistungszentrum für höhere Aufgaben empfahlen, die vor ihrem ersten Profivertrag schon diverse U-Nationalmannschaften durchlaufen hatten. Seine Karriere schien vielmehr beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte, als es ihm nicht gelang, sich in der Jugend des SV Werder Bremen durchzusetzen. Mit 17 Jahren wechselte Stach zum Jugendförderverein Nordwest, eine Saison später zum VfL Osnabrück. In seiner Vita stehen 63 Regionalligaeinsätze für den bundesweit eher unbekannten SSV Jeddeloh und den VfL Wolfsburg II.

Fürther Rekordeinnahmen dank Stach

Im Sommer 2020 verpflichteten ihn die Fürther, und Stach avancierte binnen eines Jahres vom Viertligaspieler zu einer der Säulen in der zweiten Liga, er wurde U-21-Nationalspieler, U-21-Europameister und nahm an den Olympischen Spielen teil. Diese bemerkenswerte Entwicklung des in Buchholz in der Nordheide aufgewachsenen jungen Mannes findet nun ihre Fortsetzung in Mainz.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link