Für Egon Loy waren die letzten Momente des Europapokal-Halbfinales gegen Glasgow Rangers die einprägsamsten: „Die schottischen Spieler stellten sich vor dem Tunneleingang zu den Stadionkatakomben Im Ibrox-Park zum Spalier auf und klatschten uns mit den Händen ab. Eine tolle Geste.“

62 Jahre nach den beiden Spielen im Europacup der Landesmeister, die zu den allerbesten in der Eintracht-Geschichte gezählt werden, ist die Erinnerung bei dem ehemaligen Torwart noch frisch.

Nach dem 6:1 im Hinspiel im Waldstadion hatte die Eintracht die Rangers auch im Rückspiel im Ibrox Park mit einem 6:3-Sieg auseinander genommen. Damals galten britische Mannschaften zuhause in internationalen Begegnungen fast als unschlagbar.

Am kommenden Mittwoch im Endspiel der Europa League in Sevilla (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) begegnen sich die Eintracht und die Rangers auf Augenhöhe, die beiden Mannschaften gelten in ihrem Profil, in ihren Stärken und Schwächen fast schon als verwechselbar.

Damals gingen die Frankfurter mit einem Minderwertigkeitskomplex in die Auseinandersetzungen mit den Schotten im Europapokal der Landesmeister. „Die Schotten waren Vollprofis, wir dagegen nur Vertragsspieler. Bis auf Alfred Pfaff und Richard Kress, die selbstständig waren, haben alle am Spieltag bis mittags oder sogar in den Nachmittag hinein gearbeitet“, erinnert sich Loy, der damals in leitender Position in der Finanzabteilung der Metallgesellschaft beschäftigt war.

77.000 Zuschauer sollen nach offiziellen Angaben am 13. April während des Hinspiels im Waldstadion gewesen sein, wahrscheinlich waren es ein paar tausend mehr, darunter etliche siegessichere Schlachtenbummler aus Schottland. Vier von ihnen hatten es kurz vor dem Anpfiff auf das Spielfeld geschafft und demonstrierten voller Übermut pantomimisch, wie ihre Mannschaft den Ball ins Eintracht-Tor schießen würde.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link