Während des Europapokalspiels der Eintracht gegen Glasgow kam es in Sevilla zu einem handfesten Skandal und zu teils dramatischen Szenen: Denn schon vor dem Spiel gab es in der Kurve, in der die Eintrachtfans standen, keinerlei Getränke mehr. Die Betreiber der Kioske hatten schon vor dem Anpfiff die Läden herunter gelassen: ausverkauft. In der Halbzeit hatten einige Helfer noch ein paar Flaschen Wasser organisiert. Doch das reichte bei weitem nicht aus, um die mehr als 10.000 Fans im immer noch etwa 30 Grad heißen Stadionkessel zu versorgen.

Daniel Schleidt

Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

Da viele Zuschauer bereits zwei Stunden vor Spielbeginn im Stadion waren, blieben Tausende Anhänger zwischen fünf und sechs Stunden lang ohne Wasser – und das nach einem Tag, an dem die Sonne gebrannt hatte und die Temperaturen auf mehr als 35 Grad hoch geschossen waren.

Schwächeanfälle in den Blöcken

Von Seiten der Eintracht gab es am Donnerstag keinen offiziellen Kommentar, sondern nur den Hinweis, dazu mit dem internationalen Fußballverband UEFA als Veranstalter Kontakt aufgenommen zu haben.

Während des Spiels kam es deshalb in den Blöcken zu Schwächeanfällen unter Fans, die ob das Wassermangels teils völlig entkräftet und dehydriert waren. Viele bedienten sich in der Not am stark chlorierten Leitungswasser; zudem kühlten sich die Fans mit Wasser von außen, um durch zu halten. Doch selbst diese Reaktion wurde teilweise verhindert: Zwischenzeitlich wurde in den Toiletten das Leitungswasser offenbar abgestellt.

Von der UEFA hieß es bislang auf Anfrage der F.A.Z. lediglich, man werde sich im Rahmen der regelmäßigen Nachbesprechung von Spielen mit dem lokalen Organisationskomitee, dem Stadion, den Anbietern von Speisen und Getränken sowie der Polizei in Verbindung setzen. Zu den Gründen und Folgen der Situation gab die UEFA kein Statement ab.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link