Sie haben bis zum Schluss Größe gezeigt. An diesem Abend beim Europa-League-Finale in Sevilla, der sich auf dem Platz für sie zu einer mitreißenden Fiesta España entwickelte und nahtlos überging in eine Nacht, in der bis zum Sonnenaufgang viele Tränen der Freude kullerten und in einem Szene-Club in der Altstadt der andalusischen Metropole der Alkohol in rauen Mengen floss, gaben die Frankfurter das Bild eines Champions ab, der dem Fußball bis zur letzten Sekunde einen großen Dienst erwies.

Noch bevor sie die mächtige Trophäe für den Gewinn der Europa League in Empfang nehmen durften, gingen die Eintracht-Spieler zu den Verlierern der Glasgow Rangers, spendeten Trost und dankten dem geschlagenen Konkurrenten für den Beitrag zu einem Match, das so abwechslungsreich, intensiv und spannend verlief, dass alle Beteiligten hinterher sichtbar gezeichnet waren von einem Hitzeereignis, das erst in den letzten Zügen und im Elfmeterschießen entschieden wurde.

Jedem einzelnen der Männer in Blau, die mit hängenden Köpfen und leerem Blick ein Bild der Enttäuschung abgaben, schüttelten die Frankfurter Sieger die Hand – um danach ein Spalier zu bilden, durch das die Rangers schritten, um sich ihren Trostpreis abzuholen. Das hatte Stil.

Erst dann ging die Sause auf dem Rasen über in eine unbändige Konfetti-Party vor dem eigenen Anhang, der abermals fast vollzählig in weißer Montur erschienen war und der die bestia blanca, die weiße Bestie, wie die Eintracht seit ihrem Coup im Camp Nou des FC Barcelona im Viertelfinal-Rückspiel in Spanien ehrfürchtig betitelt wird, zuerst lauthals gegen die zahlenmäßige Überlegenheit der Schotten unterstützte und sie anschließend schier unerschöpflich hochleben ließ.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link