Je länger Christian Streich sprach, umso mehr verbesserte sich Oliver Glasners Gemütsverfassung. Der Trainer des SC Freiburg sparte nicht mit Komplimenten für die Leistung des Verlierers. Es sei immer schwer, gegen die Eintracht zu bestehen, sagte Streich, diese Erwartung, die auf vielfältigen Erfahrungen gründe, habe sich auch diesmal bestätigt: „Auch wenn sie zweieinhalb Tage zuvor gegen den FC Barcelona gespielt haben.“ Der Fußballlehrer aus dem Breisgau räumte nach dem 2:1-Sieg seiner Elf ein, „dass wir richtig Glück hatten, denn wir waren nicht die bessere Mannschaft. Frankfurt hätte ein Remis verdient gehabt“.

Spätestens in diesem Moment, als der Schlusspfiff schon eine Weile zurücklag, hellte sich die Miene Glasners auf, der zunächst an der zehnten Saisonniederlage zu knabbern hatte, wie er kundtat: „Ich bin brutal enttäuscht“, hatte er direkt beim ersten Fernsehinterview noch auf dem Rasen gesagt.

Wohltuende Komplimente

Doch wenn ein Fachmann wie Streich, der „nicht erst seit zwei Tagen in der deutschen Bundesliga“ beschäftigt ist, derart angetan vom Auftritt der Eintracht schwärme, dürfe es nicht sein, dass er sich mit Statements äußere, von denen vor allem der Eindruck haften bleibe, „dass ich niedergeschlagener“ bin, betonte Glasner. Er werde daher die lobenden Worte des geschätzten Kollegen, über die er sich „riesig“ freue, „an die Jungs weitergeben“, die in der Kabine säßen und sich ärgerten, dass Aufwand und Ertrag einmal mehr in keinem ausgewogenen Verhältnis standen.

Die Frankfurter verpassten am Sonntag die Chance, näher an den SC Freiburg heranzurücken. Sie verharren im Liga-Klassement bei 39 Punkten und haben als Tabellenneunter nun neun Zähler Rückstand auf den Sieger vom Sonntag, der auf Rang fünf steht. Die Breisgauer zeichnete eine größere Effizienz aus. Beim 1:0 nutzte Vincenzo Grifo (27. Minute) ebenso die einzige Möglichkeit in der ersten Hälfte wie Nils Petersen zum 2:1 (69.) im zweiten Durchgang. Allein Filip Kostic (54.) verwertete eine der vielen Chancen der Eintracht zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link