Die Hand hält, der Muskel auch. Schon am frühen Abend, als das 1:1 gegen die Gladbacher Borussia gedanklich verarbeitet war, gab es Entwarnung. Weder um Kevin Trapps Hand noch um Tutas Oberschenkel muss sich die Eintracht Sorgen machen.

Beide sind fit und voller Feuereifer für die letzten beiden Einsätze – nicht nur für das finale Bundesligaspiel dieser Saison am Samstag beim Rhein-Main-Nachbarn Mainz 05, sondern auch und vor allem für den ultimativen Kracher.

Das Europa-League-Finale am 18. Mai gegen die Glasgow Rangers (21 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL), für das es weit über 100.000 Kartenanfragen aus Frankfurt gibt, was Vorstandssprecher Axel Hellmann „schlicht gigantisch“ findet „und unsere Vorstellungen bei Weitem übertroffen hat“, überstrahlt alles bei der Eintracht.

Beruhigende Klarheit

Torhüter Trapp signalisierte nach seiner Abwehraktion in der 74. Minute zwar kurz, dass er medizinische Hilfe benötige. Doch der Mannschaftsarzt sorgte ebenso schnell für beruhigende Klarheit wie auch im Fall des Brasilianers Tuta, der aus reiner Vorsichtsmaßnahme seinen Dienst mit Ablauf der ersten Halbzeit vorzeitig beendete.

Nach dem Abpfiff fanden sich Trapp und Tuta im Kreis ihrer erstklassigen Spielkameraden wieder, die gemächlichen Schrittes eine Ehrenrunde absolvierten und sich von ihren Fans immer wieder hochleben ließen.

Wieder stimmte die Symbiose zwischen Anhang und Mannschaft, wieder war viel von der Energie zu spüren, die sich von den Rängen auf den Platz übertrug. Genau so, wie sich Trainer Oliver Glasner das schon vor den Europapokalheimspielen gegen Barcelona und West Ham United gewünscht hatte. Beide sind Geschichte – und die Eintracht schickt sich an, ihrer Vereinsgeschichte ein neues entscheidendes Kapitel hinzuzufügen.

„Wir haben noch so viel Großes vor“

Der erste große Anfang dafür ist schon gemacht, denn der Finaleinzug in das Endspiel der Europa League gegen die Rangers ist sportlich in Europa das Herausragendste, was dem Klub seit dem damaligen UEFA-Pokalfinale gegen Mönchengladbach in den vergangenen 42 Jahren passiert ist. „Wir haben noch so viel Großes vor“, sagte Sebastian Rode nach dem Remis gegen Mönchengladbach.

Abschied eines Trios: Für Stefan Ilsanker, Aymen Barkok und Danny da Costa endet die Zeit bei der Eintracht.


Abschied eines Trios: Für Stefan Ilsanker, Aymen Barkok und Danny da Costa endet die Zeit bei der Eintracht.
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Bild: Imago

Der Kapitän der Eintracht war aktiv gegen die Mannschaft seines vormaligen Trainers Adi Hütter nicht dabei. Stattdessen ergriff er, lässig in kurzer Hose, das Stadionmikrofon, um die Parole an Fans und Zuschauer auszugeben: „Wir wollen noch zehn Tage Vollgas geben. Dann können wir uns alle in die Arme fallen und groß feiern.“ Rode zieht es auf den Römer-Balkon – mit einem dicken Pokal unter dem Arm. In Sevilla soll er gewonnen werden.

„Capitano“: David Abraham ist zurück in Frankfurt und fliegt als Fan nach Sevilla.


„Capitano“: David Abraham ist zurück in Frankfurt und fliegt als Fan nach Sevilla.
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Bild: picture alliance/dpa/Revierfoto

Im zu Ende gehenden Ligageschäft gibt es für die Eintracht sportlich nicht mehr sonderlich viel zu gewinnen. Mit etwas Glück könnte sich die Mannschaft noch von Tabellenplatz zwölf auf zehn hocharbeiten. Auch ein Abrutschen auf Rang 13 ist noch möglich. Was nicht möglich ist: Dass Glasner ein zweites Mal mit der selben Mannschaft wie gegen Gladbach spielt. Für das Saisonfinale bei Mainz 05, das er als „absolute Generalprobe“ bezeichnete, will er die geplante Elf für Sevilla aufbieten. So hat er es angekündigt. „Ab Donnerstag ziehen wir voll durch.“ Und bis dahin?

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link