Man sieht sich sprichwörtlich immer zwei Mal im Leben. Das verheißt zumeist nichts Gutes. Für die Eintracht aus Frankfurt und speziell Martin Hinteregger aber war das am Donnerstagabend ganz anders. Der Fußballklub aus der Bundesliga kam drei Jahre nach dem Halbfinale in der Europa League gegen den FC Chelsea in der diesjährigen Kampagne des Wettbewerbs in der Vorschlussrunde wieder nach London. Diesmal ging es nicht an die Stamford Bridge im Stadtteil Fulham, sondern in den Osten der Kapitale des Vereinigten Königreichs. Die Eintracht traf im Hinspiel auf West Ham United, den Siebten der Premier League.

Tobias Rabe

Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

Und noch etwas war anders als am 9. Mai 2019. Seinerzeit scheiterten die Frankfurter dramatisch im Elfmeterschießen an Chelsea. Hinteregger war einer der Schützen, der seinen Versuch nicht im Tor der „Blues“ unterbrachte, weil Torwart Kepa den Schuss in die Mitte des Tores erahnte und die Beine gerade noch schloss, um den Ball aufzuhalten. Danach entstand ein Bild, wie die Fans den betrübten Österreicher in den Arm nehmen und trösten. Es ist eine besondere Beziehung entstanden zu dem Abwehrmann, den sie allenthalben „Hinti“ nennen und dem gar ein eigenes Lied gewidmet ist.

Am Donnerstagabend im London Stadium, dem Olympiastadion 2012, in dem West Ham seit sechs Jahren spielt, ging Hinteregger wieder zu den Anhängern im Fanblock. Nun aber hatte er keinen Trost nötig, sondern freute sich mit den rund 3000 Eintracht-Fans über einen ziemlich gelungenen Abend. Die Frankfurter gewannen das Hinspiel im Semifinale mit 2:1 Toren. Ansgar Knauff nach nur 49 Sekunden und Daichi Kamada (54. Minute) trafen bei einem Gegentor von Michail Antonio (21.). Das Rückspiel steigt am kommenden Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) in Frankfurt.

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Dann wird entschieden, wer am 18. Mai in Sevilla um den silbernen Pokal spielen darf, den der Sieger der Europa League bekommt. Es ist das Sehnsuchtsziel aller Frankfurter, die in dieser Saison bereits Station machten in Antwerpen, Piräus, Istanbul, Sevilla, Barcelona und nun London – und dabei nie als Verlierer vom Platz gingen. Anders als in der Bundesliga, in der sie in dieser Spielzeit eine schwache Heimbilanz haben, unterlag die Eintracht in Europapokalspielen auch daheim nicht. Das macht zusätzlich Mut für das zweite Duell mit West Ham in einer Woche vor 48.000 Zuschauern.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link