Der Mann hat recht. Der letzte Schritt ist der schwerste. Sagt Benjamin List. Wenn die Eintracht am kommenden Mittwoch diese finale Wegstrecke bestreitet, ist auch der Frankfurter Chemie-Nobelpreisträger abends unter dem andalusischen Sternenhimmel im prall gefüllten Estadio Ramón Sánchez Pizjuán in Sevilla dabei.

Ein letzter Schritt also noch. Dann ist die Saison wirklich vorbei. Im Liga-Alltag, dem Kerngeschäft der Eintracht, ist schon Schluss. Zum Ausklang einer sportlich ernüchternd verlaufenen Bundesligasaison gab es mit dem Remis in Mainz ein versöhnliches Ende. Nach schwachem Beginn stark zurückgekommen und dank des Punktgewinns bei den traditionell heimstarken Nullfünfern in der Endabrechnung Elfter geworden: Mehr war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Dass mit dieser Mannschaft insgesamt aber mehr möglich gewesen wäre, hatte sie in der Hinserie gezeigt. Da war es den Spielern von Trainer Oliver Glasner gelungen, vor Weihnachten bis auf Tabellenplatz sechs zu klettern. Der Abstand damals zu einem Champions-League-Platz: ein einziges Pünktchen nur. Siebzehn Spieltage und so manche sportliche Enttäuschung später bietet sich ein ganz anderes Bild: Die Eintracht, die am Ende auf 42 Punkte gekommen ist (in der Hinrunde waren es schon 27), hat den Rückstand auf Platz vier mit 16 Zählern gewaltig anwachsen lassen. In der Rückrunde ist nicht mehr viel geglückt. Ein Beinbruch?

Erfolg überstrahlt alles

Nein. Die famosen Auftritte jenseits der Landesgrenzen haben bislang alles entschädigt. Die Eintracht und die Europa League: Da gehört zusammen, was zusammengehört. Bemerkens- und bewundernswert, was die Mannschaft in ihrem absoluten Lieblingswettbewerb für eine Kraft entfaltet und es auch dank der symbiotischen Verbindung mit ihren begeisterungsfähigen Anhängern verdientermaßen bis ins Finale von Sevilla an diesem Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) geschafft hat.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link