Das 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach gehört zu den Bundesliga-Ergebnissen der Frankfurter Eintracht in den vergangenen Jahrzehnten, die den geringsten Einfluss auf die Vereinsgeschichte haben werden. Kürzer ausgedrückt: Kein Hahn kräht danach. Noch nicht einmal die Rückkehr von Trainer Adi Hütter mit seiner neuen Mannschaft verlieh der Begegnung einen Schuss Würze, da der Österreicher in dieser Woche über seinen Schatten gesprungen war und offen sein Fehlverhalten während des Abnabelungsprozesses von Frankfurt zugab.

Nicht mal Eintracht-Trainer Oliver Glasner mag den Anschein erwecken, dass es in dieser Spielzeit noch um irgendetwas anderes als das Finale der Europa League geht. Es ist ein besonderes Endspiel für die Eintracht, nicht nur weil es das erste europäische nach 42 Jahren ist. Nicht nur weil sich Europa-League-Sieger so schön auf dem Briefkopf liest. Es geht um sage und schreibe 30 Millionen Euro.

Denn bei einem Triumph ziehen die Frankfurter in die Gruppenphase der Champions League ein und werden sogar in Lostopf eins der besten Teams gesetzt. Sollten die Frankfurter sich in der Königsklassen-Kampagne dann nur ähnlich kämpferisch und halbwegs erfolgreich schlagen, erhöhten sich die Prämien schnell auf 35, 40 und 45 Millionen Euro. Zudem würde Gruppenplatz drei zu einem Überwintern in der Europa League führen. Bei einer Niederlage in Sevilla kann sich die Mannschaft ganz auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren und auf die Freundschaftsspiel-Aktion „Eintracht in der Region“.

Lernen von Schwarzenegger

Alles oder nichts – die Überschrift trifft nicht auf das Finale gegen die Glasgow Rangers zu, denn die Eintracht benötigt den Geldregen nicht zum Überleben. Aber das Leben würde schon sehr viel angenehmer, und der ehrgeizige Plan, irgendwann nicht nur zu den Top Ten des deutschen Fußballs zu gehören, sondern zu den Top Six, würde sich schneller in die Tat umsetzen lassen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link