Die Magie der Frankfurter Nächte in der Europa League ist sprichwörtlich. Aber das Phänomen, dass diese durchschnittliche Bundesligamannschaft durch Europa marschiert, hat mit Zauberei nichts zu tun. Diese Erfolgskampagne, bei der nur noch zwei Schritte bis zum Titelgewinn fehlen, erklärt sich durch die Vorgeschichte.

Die Profis wissen durch den Halbfinaleinzug 2018/19 aus eigener Erfahrung oder aus den Erzählungen der Teamkollegen, dass alles möglich, wenn man nur will. Zusätzlich aufgepeitscht durch die Fans, gelingt es den Eintrachtspielern in aller Regelmäßigkeit, ihre spielerischen und läuferischen Grenzen zu überwinden, sobald donnerstags das Flutlicht eingeschaltet wird. Da wird auf die Zähne gebissen, da macht es nichts aus, dass Almamy Tourè und Djibril Sow fast ohne Spielpraxis in London ins Feuer geworfen werden. Die Spieler berauschen sich an sich und dem Wettbewerb.

Doch Emotionen sind nicht alles. Eine gewisse Qualität bringen die Eintrachtprofis mit und Trainer Oliver Glasner hat sie mit einem taktischen Rüstzeug ausgestattet, das sie befähigt, europäischen Spitzenteams wie Barcelona und West Ham das Spiel zu verderben, die einen völlig unterschiedlichen Spielaufbau pflegen.

Zudem kommt in Europa die größte Frankfurter Schwäche, gegen destruktive Gegner spielerische Lösungen zu finden, nicht zum Tragen. Alle Widersacher besitzen eignen spielerischen Ehrgeiz. Bleibt der Eintracht das Spielglück hold, kann ihr der ganz große Coup glücken, ganz ohne Zauberei.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link