Erinnert sich noch jemand daran, wie vor zwei Jahren wegen des Coronavirus die Fußball-Bundesliga zum Stillstand kam? Wie die Öffentlichkeit plötzlich verlangte, dass die Profiklubs ihre soziale Relevanz beweisen müssten, bevor auf den Plätzen wieder angepfiffen werden durfte?

Aus lauter Angst, dass ihnen ihr Geschäftsmodell um die Ohren fliegen könnte, gelobten die Fußball-Bosse damals nicht nur die Ächtung von Goldsteaks, sondern eine neue Demut. Und heute? Demut? Sobald der Ball wieder rollte, nahm die Geldmaschine ihre Gepflogenheiten wieder auf.

Obwohl: Es gibt Ausnahmen. Diese Woche wurde unter anderen der Traditionsklub Eintracht Frankfurt in Hanau mit dem Hamza-Kurtovic-Preis ausgezeichnet. Frankfurts Bundesligaspieler hatten ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 vor dem Spiel gegen Bayern Aufwärmtrikots mit Namen und Porträts der Opfer getragen.

Präsident Peter Fischer fühlte sich durch die Auszeichnung sogar beschämt. So ein Engagement müsste für uns alle das Normalste von der Welt sein, meinte er. Trotzdem: Drei Extrapunkte für gesellschaftliche Erdung!

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link