Die Generalprobe erfreute sich allenthalben großer Beliebtheit: 50.500 Zuschauer lockte das Spiel der Frankfurter Eintracht gegen die TSG Hoffenheim an. Auch eine Handvoll Analysten von West Ham United verfolgte die Partie, die beim 2:2 keinen Sieger fand. Was sie sahen und sich notierten, dürfte nicht dazu beigetragen haben, dass den Spielern der „Hammers“ nun vor dem Halbfinal-Duell an diesem Donnerstag im Londoner Olympiastadion (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) die Knie schlottern werden.

Die Hessen zeigten sich bei der Pflicht vor der Kür von einer leicht berechenbaren Art, wobei sich defensive Ungenauigkeiten und offensive Nachlässigkeiten zu einer verdrießlichen Mischung verbanden. Doch sie können auch anders, wie die Fußballwelt inzwischen weiß.

Insbesondere auf der internationalen Bühne versteht es die Mannschaft (oft im Zusammenwirken mit ihrem Anhang), ein mitreißendes Spektakel auf dem Platz zu inszenieren, dem zuletzt der FC Barcelona nicht gewachsen war. Am Gründonnerstag stürmte die Eintracht beim 3:2-Sieg im Camp Nou ins Halbfinale, unterstützt von 25.000 Fans, die den Auswärtstrip zu einem erinnerungswürdigen Ereignis machten.

Dass sich Xavi, der frühere Mittelfeld-Impresario Barças, zu dem Irrtum verleiten ließ, die Eintracht vorab nicht ausgiebig scouten lassen zu müssen, gehörte zu den vielen Fehlleistungen, die sich der viermalige Champions-League-Sieger gestattete – und von denen jeder einzelne den beherzten Frankfurtern in die Karten spielte. West Ham, das bedeutete die geballte Beobachterkompetenz, die sie zur Aufklärungsarbeit an den Main entsandten, tut der Eintracht nicht den Gefallen, ihre Leistungsfähigkeit infrage zu stellen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link