Er setzte die Zeichen zum späten Sieg. Bevor Axel Witsel in diesem Bundesliga-Nachholspiel den von Spielern wie Fans gleichermaßen überschwänglich bejubelten Dortmunder Treffer des Tages zum 1:0 nach einem Freistoß von Reyna aus kurzer Distanz erzielte (87. Minute), hatte vor allem Emre Can als Held der Drecksarbeit im Blickpunkt der Borussia gestanden.

Der Deutsch-Türke aus Frankfurt, seit 2020 beim BVB, fuhr seinen Gegenspielern vom 1. FSV Mainz 05 am Mittwochabend immer wieder in die Parade, wenn den Dortmundern akute Torgefahr drohte. Wie vor allem in der ersten Hälfte, als die Mannschaft von Trainer Bo Svensson nach zwei Spieltagen Pause wegen 14 Coronafällen in den eigenen Reihen den Tabellenzweiten in alter Frische unter Druck setzte.

Schon in der dritten Minute war der Retter Can gefordert, als er Onisiwo am Torschuss hinderte. 13 Minuten später stoppte er den Tempolauf des Mainzer Mittelfeldstrategen Stach kurz vor dem Abschluss. Elf Minuten darauf blockte er fünf Meter vor dem Dortmunder Tor Burkardts Schuss, der das 1:0 für die Rheinhessen hätte bedeuten können, und ballte die Fäuste vor Begeisterung.

Der 35-malige Nationalspieler Can, wegen seines gelegentlichen Leichtsinns im Aufbauspiel wie Abwehrverhalten schon mal heftig kritisiert, ging der Borussia mit seiner Unermüdlichkeit voran, als es darum ging, ein Kampfspiel mit Leib und Seele anzunehmen. Als der glückliche Sieg gegen die gewohnt widerborstigen Mainzer feststand, sagte der Mann des Abends über das schwarz-gelbe Gemeinschaftswerk: „Es war nicht das schönste Spiel. Wir haben aber dazwischengehauen als Mannschaft und spät das Siegtor gemacht. Wir sind als Team zusammengerückt.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link