Der frühere Trainer von Werder Bremen Markus Anfang hat sich auch nach dem Skandal um seinen gefälschten Impfpass nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. „Meine gesundheitliche Situation macht es mir nicht leicht, mich impfen zu lassen. Ich habe Angst“, sagte der 47-Jährige der „Bild am Sonntag“. „Jeder hat seine persönliche Geschichte. Ich habe selbst schon eine Herzmuskelentzündung hinter mir und ich habe große Angst vor dieser Impfung“, sagte Anfang im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. „Ich kämpfe da gegen meine Ängste.“

Wissen war nie wertvoller

Lesen Sie jetzt F+ zwei Monate kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

JETZT F+ LESEN



Sein Vater habe 2019 im Stadion nach einem Herzinfarkt mehrmals wiederbelebt werden müssen. „Das habe ich hautnah miterlebt, das macht etwas mit einem.“ Daher habe er sich weiterhin nicht impfen lassen: „Keiner kann mir die Angst nehmen.“ Er sei aber aktuell mit mehreren Ärzten in Kontakt und suche nach einer Lösung. Gegen den Fußballtrainer waren im November Ermittlungen wegen der Nutzung eines gefälschten Impfpasses eingeleitet worden.

Anfang war daraufhin in Bremen zurückgetreten. Am Freitag war das Urteil des Amtsgerichts Bremen rechtskräftig geworden: Der Trainer ließ seine Einspruchsfrist verstreichen und muss nun eine Geldstrafe in Höhe von 36.000 Euro zahlen, er gilt nicht als vorbestraft. Zudem hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Anfang zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Darüber hinaus ist er rückwirkend zum November 2021 für ein Jahr gesperrt. Ab dem 10. Juni dieses Jahres ist die Sperre bis zum 30. Juni 2023 zur Bewährung ausgesetzt.. Die Nutzung des gefälschtes Dokuments bereut Anfang nach eigener Aussage: „Ich habe gelogen. Und dafür möchte ich mich entschuldigen.“

Grund sei gewesen, dass er trotz seiner Angst vor einer Impfung seinen Job als Trainer habe behalten wollen. „Der Ausweis selbst war für mich nicht wichtig. Ich wollte Trainer bleiben, das Ding hat mich nicht interessiert“, sagte der ehemalige Bundesligaprofi der „Bild“. „Ich habe eine Straftat begangen, aber ich kann von mir behaupten, dass ich grundsätzlich kein krimineller Mensch bin“, sagte er im ZDF.

Dass er mit dem gefälschten Impfpass im November noch Karneval gefeiert habe, bezeichnete Anfang als „riesengroßen Fehler“. „Es galten die 2G plus Regeln an diesem Tag, doch habe ich mich nicht korrekt verhalten. Ich war in der Lüge gefangen und kam da nicht mehr raus“, sagte er. Er hoffe, dass er dennoch eine Zukunft im Fußballgeschäft habe. „Natürlich wünscht man sich, dass ein Mensch eine zweite Chance bekommt, aber ich kann das nicht erwarten.“ Anfangs Sperre wird ab dem 10. Juni zur Bewährung ausgesetzt – dann könnte er theoretisch wieder als Trainer für einen Verein arbeiten.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link