Bastian Dankert bat zur Trinkpause – und auf den ersten Blick war das ziemlich ungewöhnlich. Nicht mal eine halbe Stunde hatten die Profis von RB Leipzig und der TSG Hoffenheim den Ball gejagt, überhaupt war es kühl in der Arena, auf den Sitzschalen fröstelten die Fans vor sich hin. Ein Abend im April eben – genau hier fand sich dann aber doch die Erklärung für die Entscheidung des Schiedsrichters.

Denn der Ramadan hat begonnen. Und die Fußball-Bundesliga fängt gerade damit an, Rücksicht auf den muslimischen Fastenmonat zu nehmen. „Danke an den Schiedsrichter und an die Spieler“, schrieb Leipzigs Verteidiger Mohamed Simakan nach dem 3:0 seiner Mannschaft bei Twitter, „sie haben mir ein paar Minuten gegeben, um mein Fasten zu brechen.“

Vom 1. April bis zum 1. Mai dürfen gläubige Muslime tagsüber keine Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen. Erst mit Sonnenuntergang ist ihnen das gestattet, am Sonntag in Leipzig war es um 19.58 Uhr so weit. Schiedsrichter Dankert unterbrach also die Partie, Simakan konnte sich die nötige Energie holen. Nach zwei Minuten ging es weiter.

Isotonische Getränke und Proteinshakes

Dankert ist damit einer der Pioniere unter den deutschen Referees. Am vorherigen Mittwoch hatte Matthias Jöllenbeck das Nachholspiel zwischen Augsburg und Mainz auf Bitte des ebenfalls fastenden Mainzer Spielers Moussa Niakhaté unterbrochen. Als erster Schiedsrichter der Bundesligageschichte.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link