Es gibt Fußballspiele, die entscheidet ein einziger Spieler. Karim Benzema ist so einer. Erst vor knapp zwei Wochen hat er gegen Paris mit einem Hattrick Real Madrid den Einzug ins Viertelfinale der Champions League gesichert. Doch Benzema fehlte am Sonntag beim Clásico zwischen Real Ma­drid und dem FC Barcelona verletzt. So wurde es zu einem der Spiele, bei dem man hinterher Sieg und Niederlage weniger den Spielern als den Trainern zuschreibt.

Nicht ohne Grund: Xavi Hernández kam erst im November nach Barcelona. Beim 4:0-Triumph am Sonntag im Bernabéu-Stadion wurde klar: Barça trägt jetzt seine Handschrift. Aus einer Verlierertruppe ist ein selbstbewusstes Team geworden, dem im Clásico alles gelang. Innenverteidiger Piqué twitterte: „We are back.“ Die Sportpresse aus der katalanischen Hauptstadt sah gar das „Bernabéu-Stadion wie in den besten Zeiten entweiht“, und „AS“ aus Madrid fand, Barça sei Reals Trainer Ancelotti „auf der Nase herumgetanzt“.

Real Madrid lief ständig hinterher

Barcelona verteidigte weit vorne, störte Madrids Verteidiger früh und trat kompakt auf. Sicher ließen die Katalanen den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Vom eigenen Trainer schon verloren geglaubte Automatismen griffen wieder, das direkte Spiel, das berühmte Dreieck, bei dem man den Eindruck hat, sie spielten mit einem Mann mehr auf dem Platz. Die Statistiker verzeichneten später 60 Prozent Ballbesitz für Barcelona, doch während des Spiels hatte man den Eindruck, die Spieler in den ungewohnten schwarzen Trikots von Real Madrid liefen ständig hinterher.

Dieses Spiel kennt man vom FC Barcelona, mit Pep Guardiola zelebrierten sie es so ballsicher, dass sie sich eine hohe Verteidigung mit einer Dreierkette erlauben konnten. Unter Luis Enrique wurde Barça dynamischer. Kapitän auf dem Platz war dabei immer Xavi Hernández, er gewann viermal die Champions League, wurde achtmal spanischer Meister, zweimal Europameister und einmal Weltmeister.

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2016 ging er weg, ließ seine Karriere in Qatar bei Al-Sadd SC ausklingen. Im Anschluss trainierte er den Klub drei Jahre lang. Mehr Erfahrung hatte er nicht, als er im November nach Barcelona zurückkehrte. Sein Vorgänger Ronald Koeman hatte im Kader kräftig aussortiert und anschließend festgestellt, dass man mit diesem Team froh sein müsse, sich für die Champions League zu qualifizieren.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link