Die Basketball-Euroleague ist eine Plutokratie. Dort herrschen viele reiche Vereine. Für den Wettbewerb ist das gut. In den vergangenen neun Saisons gab es sechs verschiedene Sieger (und einen Abbruch wegen der Corona-Pandemie): Olympiakos Piräus, Maccabi Tel Aviv, Real Madrid, ZSKA Moskau, Fenerbahce Istanbul und Anadolu Efes Istanbul. In dieser Saison könnte es einen siebten Sieger geben: Barcelona, Mailand, Monaco oder München. Das ist die Stärke des geschlossenen Systems!

Im Basketball hat sich der FC Bayern München für das Modell der Super League entscheiden. Er ist seit dem Sommer 2021 einer von 13 Vereinen, die eine Dauerkarte für die Euroleague haben. Heißt: Er ist Saison für Saison gesetzt. Man könnte meinen: Dann geht es ab und zu gar nicht um alles. Im Gegenteil. Am 34. Spieltag, als die Bayern sich in der Tabelle nicht mehr verbessern konnten, haben sie in Madrid gewonnen. Und dort sind sie im vierten Viertel auf eine Strategie gestoßen, die ihnen nun geholfen hat, ein Play-off-Spiel gegen den eigentlich übermächtigen FC Barcelona zu gewinnen. Dieses System braucht keine Revolution!

Die Fußball-Bundesliga ist eine Hegemonie. Dort herrscht ein reicher Verein. Für den Wettbewerb ist das schlecht. In den vergangenen neun Saisons gab es genau einen Sieger: den FC Bayern München. In dieser Saison – das entscheidet sich eventuell schon an diesem Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) im Spiel gegen Dortmund – wird es keinen zweiten Sieger geben. Das ist der Fehler des offenen Systems!

Im Fußball hat sich der FC Bayern München gegen das Modell der Super League entschieden – und steckt nun zwischen zwei Wettbewerben und wahrscheinlich sogar zwei Welten fest. In der Bundesliga wird sein finanzieller Vorsprung und in der Champions League wird sein finanzieller Rückstand wachsen. Und so könnte der Klub, für den es im Mai immer um Großes ging, nun ein Klub werden, für den es – mit Ausnahme des Pokalfinales – im Mai um nichts mehr geht.

Jedes Spiel zählt? In der Bundesliga gilt das schon lange nicht mehr. An dem kommenden 34. Spieltag, wenn ihnen die Meisterschale wahrscheinlich mal wieder frühzeitig nicht mehr zu nehmen ist, werden die Bayern etwa in Wolfsburg spielen. Dieses System braucht eine Revolution!

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link