An diesem Mittwochabend, an dem sich 21.626 Fußballfans im Estadio de la Cerámica in Villarreal versammelt hatten, stand ein Mann mit Anzug an der Außenlinie und hüpfte. Es war der Trainer der Mannschaft, die auch in der 87. Minute dieses Matches schlauer und schneller war.

Er hüpfte, als sein Außenstürmer die große Gelegenheit mit einem genauen Pass vorbereitete. Er hüpfte, als sein Außenverteidiger die große Gelegenheit mit einem ungenauen Schuss vergab. Er hüpfte und hüpfte und hüpfte. So oft wie ein Mann in der 87. Minute halt hüpft, dem es nicht genügt, dass seine Mannschaft im Viertelfinale der Champions League mit 1:0 führt.

Ach, eines noch: Dieser Mann war nicht Julian Nagelsmann, der Trainer des großen FC Bayern München, sondern Unai Emery, der Trainer des kleinen FC Villarreal.

Später saß Emery, 50 Jahre alt, auf einem Stuhl im Presseraum des Stadions und sagte: „Ich bin glücklich, aber ich bin vorsichtig.“ Er sprach mit diesem Satz zum einen über das Hinspiel in Spanien, das nur mit einem Ein-Tor-Vorsprung für Villarreal endete – und zum anderen über das Rückspiel in Deutschland am nächsten Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Prime Video), das nur mit mehr als einem Ein-Tor-Rückstand für München anfangen wird.

„Mir dem 0:1 noch gut bedient“

Was man so kommentieren kann: Der FC Bayern hat verloren – und dennoch Dusel gehabt. Die neueste Bayern-Dusel-Variante konnte man im Spiel sehen, als der spanische Stürmer Gerard Moreno den Ball erst aus knapp 20 Metern gegen den Pfosten und dann aus knapp 60 Metern trotz eines leeren Tores neben dieses schoss. Und man konnte sie in den DAZN-Interviews hören.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link