Muss der Champions-League-Sieger FC Chelsea am Mittwoch mit dem Billigflieger zum Spiel beim OSC Lille fliegen? Nachdem die britische Regierung den russischen Inhaber Roman Abramowitsch mit harten Sanktionen belegt hat, gelten für Chelsea strenge Auflagen, darunter eine Beschränkung der Reisekosten. Trainer Tuchel nimmt die Sache noch mit Humor. „Meine letzte Information ist, dass wir ein Flugzeug haben, also können wir fliegen. Wenn nicht, fahren wir mit dem Zug oder mit dem Bus. Wenn ich einen Siebensitzer fahren muss, dann werde ich das tun“, sagte der Coach am Sonntag.

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Zwar dürfen die Blues vorerst weiter Fußball spielen. Fraglich ist aber, ob der Verein aus London, der in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Titel abgeräumt hat, auch in Zukunft sportliche Erfolge feiern wird. Alles hängt davon ab, wer der neue Eigentümer wird. Vor dem 1:0-Arbeitssieg am Sonntag gegen den neureichen Scheichclub Newcastle United, den ein spätes Tor von Kai Havertz in der 89. Minute sicherte, gab es für die Chelsea-Fans immerhin ein Fünkchen Hoffnung. Die Regierung will einen Verkauf des Clubs gestatten und führt Gespräche mit der US-Bank Raine, die von Chelsea mit dem Geschäft beauftragt worden war.

Nach Angaben des Magazins „The Athletic“ könnte der Verein innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen den Besitzer wechseln. Wie die Regierung erreichen will, dass Abramowitsch gemäß ihrer Auflagen nichts an dieser Transaktion verdient, blieb zunächst offen – wie derzeit so vieles bei Chelsea.

Leistungsträger wie der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger, dessen Vertrag im Sommer endet, werden angesichts der Unsicherheit kaum an der Stamford Bridge zu halten sein. Eine dramatische Situation für die Blues: Sie dürfen weder Spieler verpflichten oder verkaufen, noch neue Verträge aushandeln. Für Trainer Thomas Tuchel, seine Spieler und die Mitarbeiter des Klub-Weltmeisters gilt momentan: Abwarten, Tee trinken, und auf das Beste hoffen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link