Der FC Schalke 04 hat im Zweitliga-Aufstiegsdrama die Nerven bewahrt und die Rückkehr in das Fußball-Oberhaus vorzeitig perfekt gemacht. Beim 3:2 (0:2) im Topspiel über den FC St. Pauli trotzte der Tabellenführer sogar einem 0:2-Rückstand zur Pause und ebnete mit einem fulminanten Schlussspurt den Weg zum insgesamt vierten Bundesliga-Aufstieg. Vor 61.271 Zuschauern in der ausverkaufen Veltins-Arena trafen Simon Terodde (47./Foulelfmeter/71.) und Rodrigo Zalazar (78.) am Samstag zum hart erkämpften Sieg, der vom eigenen Anhang euphorisch bejubelt wurde.

Dagegen hat sich Zweitliga-Herbstmeister St. Pauli trotz des frühen Doppelschlages durch Igor Matanivic (9./17.) nach dem sechsten Spiel in Serie ohne Sieg wohl aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Bei drei Punkten Abstand zum Zweiten HSV und dem Dritten Darmstadt sowie der deutlich schlechteren Tordifferenz gibt es nur noch theoretische Chancen. Zudem kann Werder Bremen mit einem Sieg am Sonntag in Aue noch auf Platz zwei vorstoßen. In der 81. Minute sah der Hamburger Marcel Beifus nach einem rüden Foul Rot, sein Teamkollege Matanovic in der Nachspielzeit Gelb-Rot.

Wie schon beim 1:4 vor zwei Wochen an gleicher Stätte gegen Bremen machte die große Erwartungshaltung den Schalkern mächtig zu schaffen. Dabei waren sie im Beisein der Revierclub-Legenden „Eurofighter“, die an diesem Wochenende ihr 25-jähriges Jubiläum nach dem UEFA-Pokal-Triumph von 1997 feierten, einem Traumstart nahe. Bereits in der ersten Minute tauchte Torjäger Terodde nach einem Fehler von Abwehrspieler Beifus allein vor dem gegnerischen Tor auf, scheiterte aber an Gäste-Keeper Dennis Smarsch.

Doch die durch diverse Corona-Fälle geschwächten „Kiezkicker“ behielten in der aufgeheizten Stadionatmosphäre kühlen Kopf und nutzten gleich die erste Chance. Ein Zuspiel von Leart Paqarada leitete Jackson Irvine mit der Hacke auf Matanovic weiter, der mit einem Schuss aus der Drehung für die Führung sorgte. Als der erst 19 Jahre alte Angreifer nur acht Minuten später nach einem neuerlichen Zuspiel von Irvine und anschließendem Solo wieder traf, war die Ernüchterung bei den Schalkern groß.

Schalker Torjäger vom Dienst: Simon Terodde


Schalker Torjäger vom Dienst: Simon Terodde
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Bild: AP

Gleichwohl zeigte der Tabellenführer eine positive Reaktion und bedrängte – angetrieben von seinen Fans – das Tor der Hamburger. Bei allem Eifer ging er dabei aber fahrlässig mit seinen Möglichkeiten um. So verpassten Dominick Drexler und Terodde (33.) nach Flanke von Marius Bülter den möglichen Anschlusstreffer in bedenklicher Manier. Ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz kurz nach dem Wiederanpfiff erweckte Schalke zu neuem Leben. Diese Chance zum Anschlusstreffer ließ sich Terodde diesmal nicht entgehen und verwandelte sicher.

Das war der Beginn einer weiteren Drangphase der Gastgeber. Dem wachsenden Druck hielt die Gäste-Deckung nicht lange stand. Abermals war Terodde zur Stelle und verwandelte die heimische Arena in ein Tollhaus. Für den Höhe- und Schlusspunkt sorgte jedoch der kurz zuvor eingewechselte Zalazar. Nach Zuspiel von Bülter fasste sich der Joker ein Herz und machte das Glück der Schalker mit einem strammen Schuss unter die Latte perfekt. „Das Gefühl ist unglaublich. Es war unser Traum. Dafür mussten wir kämpfen, man bekommt es nicht geschenkt“, sagte Trainer Büskens bei Sky: „Ein riesiges Kompliment an die Truppe. Es ist unfassbar.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link