Selbst als Kevin-Prince Boateng schon längst ausgewechselt war, dirigierte er seine Mannschaft noch von der Seitenlinie. Felix Magath saß stoisch auf der Trainerbank, stattdessen gab der 35 Jahre alte Hertha-Anführer seinen Mitspielern beim 1:0 gegen den FC Augsburg kontinuierlich und wild gestikulierend Instruktionen. Seine lautstarken Anweisungen untermalte Boateng nach seinem Startelf-Comeback mit einer Geste, die die Teamkollegen aufforderte, die Brust herauszustrecken.

Magaths Plan ging auf. Vor der Partie beim Tabellenvierzehnte hatte der 68-Jährige den Mangel an Berliner Führungsspielern beklagt. Boateng, der hohes Ansehen im Team genießt, sollte es richten auf seiner geliebten Position als Spielmacher. Er lieferte – und leitete Hertha weg von den direkten Abstiegsrängen in der Fußball-Bundesliga. „Er ist sehr wichtig für unsere Mannschaft. Er redet viel mit den Spielern. Er organisiert. So eine Figur haben wir gebraucht“, lobte Magath.

Viele hatten den gebürtigen Berliner schon abgeschrieben. „Ich sehe doch nicht aus wie ein Spieler, der schon fertig ist. Ich freue mich einfach. Es gab so viel Kritik gegen die Mannschaft und auch meine Person“, sagte Boateng. Die Zahlen sprachen am Samstag für ihn. Mit 86 Prozent gewonnener Zweikämpfe empfahl sich Boateng eindrucksvoll für mehr. In Herthas entscheidenden Wochen könnte er zur Dauerlösung avancieren.

„Jetzt haben wir noch vier Finals“, sagte Boateng mit Blick auf den Saisonendspurt. Kommende Woche geht es gegen den direkten Konkurrenten VfB Stuttgart. Anschließend wartet die ebenfalls stark abstiegsbedrohte Arminia aus Bielefeld. „Wir können uns eine Woche auf das nächste Endspiel vorbereiten. Ich hoffe, wir können den Sack so schnell wie möglich zumachen, damit wir am Ende noch ein bisschen Spaß haben“, sagte Boateng.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link