Schon der neue Name weist darauf hin, dass der Wunsch nach mehr Wettbewerbsgerechtigkeit, die mancher Träumer mit der Reform des Financial Fairplay verbunden hatte, unerfüllt bleiben wird. Das Wörtchen „Fairplay“ ist verschwunden aus dem Regelwerk, das das Exekutivkomitee des Europäischen Fußballverbandes (UEFA) an diesem Donnerstag zur Kontrolle der wirtschaftlichen Aktivität der großen Fußballmarken beschließen wird.

Am Ende einer dreijährigen Einführungsphase müssen die Vereine sich einem Agreement unterwerfen, das als „Financial Sustainability“ ausgehandelt wurde; es geht darin eher um wirtschaftliche Nachhaltigkeit als um sportliche Gerechtigkeit. Die Vereine, die trotz ihrer enormen Einnahmen immer wieder finanzielle Probleme haben, sollen zu mehr Besonnenheit gezwungen werden.

„Ein Kompromiss“

Investorenklubs werden jedoch weiterhin deutlich bessere Erfolgsaussichten haben als mitgliedergeführte Konkur­renten. Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, sagt dennoch: „Am Ende ist es ein Kompromiss geworden, von dem ich vor einem Jahr noch nicht geglaubt hätte, dass der auf diesem Niveau erreichbar ist.“

Watzke hat während des monatelangen Ringens um das künftige Regelwerk gemeinsam mit Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn, mit Michael Gerlinger, dem Justiziar des Rekordmeisters, sowie mit Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro deutsche Interessen vertreten. Gegen enorme Widerstände, sagt Watzke: „Klubs, die an einem großen Investor hängen, haben eine völlig andere Wahrnehmung und eine völlig andere Zielvorstellung als Klubs mit anderen Strukturen. Das aufzulösen ist relativ schwierig, wir mussten harte Kämpfe ausfechten.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link