Wirklich weg war sie nie. Auch in diesen zehn Monaten, in denen Tanja Pawollek ihrer Mannschaft auf dem Feld nicht helfen konnte, zeigte die Kapitänin der Bundesliga-Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt Präsenz. Bei fast allen Spielen begleitete die 23-Jährige ihr Team, sprach auch mal ein paar Worte in der Kabine, und bevor sie selbst wieder ins Training miteinsteigen durfte, versuchte sie mindestens zweimal in der Woche die Einheiten zu verfolgen. „Ich wollte zeigen, dass ich trotzdem da bin, und wenn ihr mich braucht, könnt ihr auf mich zukommen“, sagt Pawollek.

Wissen war nie wertvoller

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Anfangs sei das nicht leicht gewesen, den anderen dabei zuzuschauen, wie sie der gemeinsamen Leidenschaft nachgingen. „Mich rauszunehmen hätte vielleicht weniger wehgetan“, sagt die defensive Mittelfeldspielerin. „Aber das ist nicht meine Art.“ Verantwortung zu übernehmen, das hat Pawollek früh ausgezeichnet. Das hat die „absolute Teamplayerin“, wie Trainer Niko Arnautis die gebürtige Obertshäuserin bezeichnet, vor zweieinhalb Jahren bereits zur Spielführerin der Hessinnen werden lassen.

Es war der 30. Mai 2021, an dem sich die Perspektiven der Führungskraft schlagartig ändern sollten. Gerade erst hatte Pawollek, deren Eltern beide in Polen geboren wurden, eine erste Einladung zur dortigen Nationalmannschaft erhalten. Nun stand sie jedoch mit den Adlerträgerinnen beim DFB-Pokalfinale in Köln dem Titelverteidiger VfL Wolfsburg gegenüber. Die Partie sollte nach Verlängerung mit einem 1:0-Erfolg für den Favoriten ausgehen.

Operation am nächsten Morgen

Für Pawollek, eine der stabilen Säulen im Eintracht-Team, war sie bereits nach 40 Minuten vorbei. Ohne gegnerischen Druck war sie „einfach weggeknickt“ und hatte sich im linken Knie das vordere Kreuzband gerissen. Es war die erste schwere Verletzung, die sich die robuste Spielerin in ihrer Karriere zuzog.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link