Es gibt Dinge, die verändern sich, ganz ohne sich zu verändern. Zum Beispiel Berichte über Fußballspiele. Wenn wir dieser Tage von einer schlagkräftigen Offensiv-Formation lesen, dann weckt das ganz andere Assoziationen als noch vor ein paar Wochen. Oder von einem unüberwindlichen Abwehrbollwerk. Einem Konterangriff über die rechte Flanke. Einer intelligent gestaffelten Verteidigung.

Tja. Die Wahrheit ist, dass die Fußballsprache voller Kriegsvokabular steckt. Dass uns das immer weniger aufgefallen ist in den vergangenen Jahren liegt wohl daran, dass die Erzählungen vom Krieg in unseren Breiten nur noch als fernes Echo der Erfahrungen wirkten, die Generationen vor uns gemacht haben.

Und nun? Wir können ja nicht plötzlich postum unseren „Bomber Müller“ umbenennen. Oder doch? Gibt es überhaupt einen Alternativbegriff zur Offensive respektive Angriff oder Sturm? Vorwärtsinitiative? Und zur Verteidigung: Vielleicht Aufhaltemaßnahmen?

Gefragt sind friedliche Alternativen, die gleichzeitig so simpel sind, dass man sie auch durchhalten kann, wenn Hansi Flicks Truppe jetzt wieder zum Angriff bläst.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link