Es ist noch gar nicht lange her, dass die Glasgow Rangers das bislang letzte Mal in einem Europapokal-Endspiel standen. 2008 erreichte der Klub das UEFA-Cup-Finale, verlor jedoch in Manchester gegen Zenit St. Petersburg. Dass sie 14 Jahre später wieder im Finale der Europa League stehen, ist trotzdem eine außergewöhnliche Geschichte. Der Verein hatte einen Millionen-Schuldenberg angehäuft – die Betreibergesellschaft wurde im Jahr 2012 liquidiert – und musste in Schottlands vierter Liga neu anfangen.

Sie haben sich rasch wieder nach oben gekämpft, gewannen vergangene Saison mit dem damaligen Trainer Steven Gerrard die erste schottische Meisterschaft seit dem Zwangsabstieg. Doch den Titel haben sie mit Gerrards Nachfolger Giovanni van Bronckhorst in diesem Jahr nicht erfolgreich verteidigen können: Stadtrivale Celtic reichte am vergangenen Mittwoch ein Unentschieden gegen Dundee United für die Meisterschaft.

Dabei hatte van Bronckhorst die Mannschaft im November als Tabellenführer übernommen und einige Wochen an der Spitze gehalten – noch an Weihnachten betrug ihr Vorsprung vor Celtic sechs Punkte –, bevor Punktverluste gegen nominell schwächere Gegner dazu führten, dass sie auf den zweiten Platz abrutschte.

Den Rangers fehlte es an Beständigkeit. In dieser Spielzeit in Schottland haben sie in elf Ligaspielen nicht die volle Punkteausbeute geholt, vergangene Saison passierte ihnen das nur sechsmal. Van Bronckhorst ist zwar durchaus beliebt im blauen Teil Glasgows – als junger Spieler war er einige Jahre dort aktiv –, aber die Meisterschaft an Celtic zu verlieren, ist mehr als nur ein kleiner Schönheitsfehler.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link