Hellblau war vor dem Anpfiff eine dominante Farbe am Samstagabend. Das Friedenslogo, verschmolzen mit dem Markendesign des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), leuchtete kräftig in der Sinsheimer Arena. In einer gewöhnlichen Welt wäre es einfach der Auftakt in ein WM-Jahr gewesen, aber dieses Testspiel gegen Israel war mehrfach überlagert von Themen ganz anderer Tragweite.

Als die Spieler die Arena betraten, schritten sie an einem blauen Transparent mit der Botschaft „Peace“, und, in kyrillischen Buchstaben, „Mir“ vorbei. Ein riesiges blau-gelbes Herz für die Ukraine wurde in dem Block gezeigt, in dem sonst die Hoffenheimer Fans zu Hause sind. Am ZDF-Mikrophon sprach Bernd Neuendorf, der neue DFB-Präsident, über seine politischen Pläne für die WM in Qatar und darüber, wie erfreulich es vor dem Hintergrund der deutsch-israelischen Geschichte sei, zu einem „friedlichen Fußballspiel“ zusammenkommen zu können.

Schließlich wurde noch der verstorbenen Fußballpersönlichkeiten Egidius Braun, Horst Eckel, Jürgen Grabowski und Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner gedacht. Viele Themen und Botschaften, es sind bewegte Zeiten auch für die Nationalspieler, die damit einen Umgang finden müssen.

Sportlich war es ein Bewährungsspiel, in dem Bundestrainer Hansi Flick einigen Rückkehrern und Kräften der zweiten Reihe eine Chance gab. Daraus wurde durchaus ein Abend, der Spaß machte, mit einer deutschen Nationalmannschaft, die engagiert, lustvoll, spielfreudig, zu Werke ging beim 2:0-Sieg, aber in letzter Konsequenz auch ein bisschen unvollkommen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link