Am Sonntagvormittag verschickte die Medienabteilung von Hertha BSC eine Nachricht, die vor Routine nur so strotzte, inhaltlich aber eine nicht unwesentliche Erkenntnis transportierte. Es handelte sich um den Wochenplan, eine Auflistung von Trainingszeiten sowie Pressegesprächen, und siehe da, alle Termine waren mit Tayfun Korkut als Trainer angegeben.

Das kam für den einen oder anderen Beobachter dann doch überraschend, hatten diverse Medien der Hauptstadt doch zumindest in Betracht gezogen, dass Korkut nach dem 1:4 gegen Eintracht Frankfurt nur noch kurz auf der Geschäftsstelle vorbeischauen könnte, um persönlich über seine Entlassung informiert zu werden.

Dem war nicht so, Herthas Trainer bleibt nach dem desaströsen Auftritt weiter im Amt und soll die Mannschaft auch am Samstag in Mönchengladbach betreuen, wenn für die Berliner ein weiteres wichtiges Spiel gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg ansteht. „Ich bin sauer, ich bin enttäuscht. Als Hauptverantwortlicher kann ich null Komma null zufrieden sein“, hatte Korkut im Anschluss an die Niederlage gegen Frankfurt gesagt, die sechste in den vergangenen sieben Pflichtspielen.

Fans singen: „Absteiger, Absteiger“

Damit war der Trainer nicht der Einzige, der mit negativen Gefühlen zu kämpfen hatte. Herthas Anhängerschaft hatte ihren Gemütszustand schon während des Spiels offensiv vorgetragen. Mit Liedgut, das zum Standardrepertoire in Krisenzeiten gehört. Klassiker wie „Wir ha’m die Schnauze voll“ und „Wir woll’n euch kämpfen sehen“ wurden ebenso inbrünstig zum Besten gegeben wie der Vorschlag zum Trainerwechsel („Korkut raus“). „Für mich ist das normal, das gehört dazu. Ich kann das ab“, sagte Korkut.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link