Der Hamburger SV hat seine Minimalchance auf die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga gewahrt. Die Norddeutschen gewannen am Samstagabend vor heimischer Kulisse 3:0 (2:0) gegen den Karlsruher SC und haben zumindest bis zum Sonntag Anschluss an Platz fünf in der Zweiten Liga gefunden. Damit es vier Jahre nach dem Abstieg aus dem Oberhaus noch etwas wird mit der Rückkehr, muss die Konkurrenz allerdings auch kräftig mitspielen – indem sie sich gegenseitig die Punkte stiehlt. Dies kann etwa am Ostersonntag (13.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Zweiten Liga) passieren, dann treffen Tabellenführer Schalke 04 und der Vierte Darmstadt 98 am Böllenfalltor aufeinander, zur gleichen Zeit empfängt der Dritte Werder Bremen den fünftplatzierten 1. FC Nürnberg.

Robert Glatzel (23. Minute) mit seinem 18. Saisontor, Mario Vuskovic mit einem direkt verwandelten Freistoß (32.) und Josha Vagnoman (68.) sorgten für den verdienten Sieg der Hamburger. Die Karlsruher mussten rund 60 Minuten mit zehn Mann spielen, weil Daniel Gordon Gelb-Rot sah. Die ersatzgeschwächten Badener bleiben damit im Mittelfeld der Liga hängen. Sie benötigen in den restlichen vier Spielen noch einen Punkt, um die 40-Punkte-Grenze zu erreichen, die in den vergangenen 15 Jahren stets ein Garant für den Klassenverbleib war.

HSV-Trainer Tim Walter ließ zunächst den zuletzt kritisierten Ideengeber und Torvorbereiter Sonny Kittel draußen und bot in Mikkel Kaufmann und Glatzel zwei Mittelstürmer in der Startelf auf. Die Hanseaten waren mit Anpfiff dominant, zeigten Spielfreude, spielten nach der Führung befreit auf und drückten permanent.

In der einseitigen Partie sorgten die Karlsruher nur selten für Entlastung und beklagten mit zehn Mann einen hohe Kräfteverschleiß. Den Gästen gelang zu wenig, die Abwehr leistete sich Aussetzer, der Angriff war zu harmlos. Dagegen nutzten die Hamburger das Spiel auch als Generalprobe vor dem Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen Freiburg (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und in der ARD).

Walter hatte trotz des fast aussichtslosen Rückstandes auf die Aufstiegsplätze bekundet, jedes Spiel bis zum Saisonende gewinnen zu wollen. „Schonen gibt’s nicht“, sagte der Trainer, der auch beim Verpassen des Aufstiegs im Amt bleiben soll.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link