Wirklich überraschen konnte der Fernsehauftritt, in dessen Verlauf Adi Hütter seinen Abschied von Borussia Mönchengladbach bekanntgab, kaum noch jemanden. Zwar ist die Bundesliga-Saison irgendwie glimpflich zu Ende gegangen, in der Rückrundentabelle steht der Klub nach dem 5:1 gegen Hoffenheim mit 26 Punkten auf einem ordentlichen siebten Platz, aber schon seit Monaten deutet sich an, dass dringend ein grundlegender Neubeginn erforderlich ist.

„Nach vielen intensiven, guten, inhaltlichen und respektvollen Gesprächen sind wir in beiderseitigem Einvernehmen zu der Lösung gekommen, dass wir getrennte Wege gehen“, sagte Hütter. Wobei es wohl schon der Klub war, der eher auf diesen Schritt drang, sonst müssten die Gladbacher keine Abfindung bezahlen. „Ich möchte Stephan Schippers (dem Finanzchef der Borussia, Anm. d. Red) ein großes Kompliment aussprechen, der mit meinem Berater eine sehr gute Lösung gefunden hat“, sagte Hütter, der ebenfalls erleichtert sein wird, dass dieses riesengroße Missverständnis nach einem Jahr nun zu Ende geht.

Am Freitag ist die Entscheidung gefallen, am Samstag nach dem Spiel wurde die Mannschaft informiert, bevor die Nachricht dann an die Öffentlichkeit gelangte. „Viele Punkte“ seien auf dem Weg zu diesem Entschluss zusammengekommen, sagte Hütter, und Sportdirektor Roland Virkus erklärte, man habe in den Gesprächen der zurückliegenden Tage „reflektiert und auch in die Zukunft geguckt“. Dabei gelangten alle Parteien offenbar zu der Erkenntnis, dass die Zukunft der Borussia von einem neuen Chefcoach mitgestaltet werden sollte.

Nicht Hütters Vorstellung

„Wir waren in sehr unangenehmen Sphären, haben uns dann aber mit Ruhe und Energie wieder in sichere Gefilde gebracht“, sagte Hütter. Er war ja noch von dem im Januar zurückgetretenen früheren Sportdirektor Max Eberl verpflichtet worden mit dem Versprechen, dass das Team nach und nach im Sinne des neuen Trainers umgebaut werden würde. Das war in Folge der Einnahmeausfälle während der Pandemie nicht möglich.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link