Es war während eines Trainingslagers auf Teneriffa vor einigen Jahren, als Jürgen Klopp und seine Mitarbeiter etwas Spannendes entdeckten. Neben den Tennisplätzen ihres Hotels stießen sie auf zwei weitere eingezäunte Spielfelder, von denen sie nicht genau wussten, worum es sich handelte. Sie erfuhren, dass dort Pádel gespielt wurde, eine Kombination aus Tennis und Squash, bei der der Ball durch Glaswände im Spiel gehalten wird. Das machte sie neugierig.

„Wir wussten nichts darüber, aber wir fingen sofort an, es zu erforschen“, erinnert sich Klopp: „Wir mussten die Regeln erst einmal googeln, aber seitdem sind wir ziemlich süchtig.“ Vor allem Klopp und sein Assistent Pepijn Lijnders waren sofort Feuer und Flamme. Nach ihrer Rückkehr nach Liverpool baute der Fußballklub einen eigenen Pádel-Platz im Trainingszentrum Melwood. Als der Verein auf ein neues Gelände in Kirkby im Norden von Liverpool umzog, ließ er dort sogar zwei Plätze anlegen.

Für Klopp und Lijnders ist Pádel die perfekte Art, zwischen den Trainingseinheiten abzuschalten. Sie denken dabei an nichts Besonderes, obwohl es durchaus mal vorkommt, dass sie in einer Pause zwischen den Spielen eine Lösung für ein fußballerisches Dilemma finden. Während sie jedoch auf dem Platz sind, sind sie voll bei der Sache. „Es ist ein harter Kampf. Pep ist ein bisschen besser, aber ich kann gegen ihn gewinnen. Und wir sollten nicht unterschätzen, dass er 15 Jahre jünger ist.“

Klopp erzählt diese Geschichte Ende März in einer der vielen Räumlichkeiten des brandneuen Trainingsgeländes. Der Vierundfünfzigjährige ist gut gelaunt, mitten im dicht gedrängten Spielplan mit seiner Mannschaft. Ab und zu füllt sein ansteckendes Lachen den Raum, wenn er eine Anekdote erzählt oder wenn er etwas betonen möchte. Er ist sehr leidenschaftlich, wenn er über seine Mitarbeiter spricht und darüber, wie eng sie tagtäglich zusammenarbeiten.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link