Als die Zuschauer das Stadion in Manchester am Dienstagabend verließen, leuchtete ein „THANK YOU“ auf den Anzeigetafeln. Die Gastgeber wollten sich für den Besuch bedanken. Dabei hätten wahrscheinlich alle Gäste selbst ein großes Dankeschön loswerden wollen. Denn dass sie Teil dieser ganz besonderen Fußball-Party sein durften, war ein Geschenk. Manchester City besiegte Real Madrid im Hinspiel des Halbfinals der Champions League mit 4:3 Toren – und beide Mannschaften boten dabei ein Spektakel, das alle, die zusehen durften, nicht so schnell vergessen dürften.

Tobias Rabe

Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

„Wir haben ein fantastisches Spiel gegen einen unglaublichen Gegner gespielt“, sagte Manchesters Trainer Pep Guardiola. So weit, so gut. Doch ein Perfektionist wie der Katalane, der am liebsten alles bis ins kleinste Detail plant und vorgibt, konnte nur oberflächlich zufrieden sein: „Wir haben viel gut gemacht, aber leider auch die Tore kassiert. Wir hätten auch mehr treffen können.“ Ähnlich sah es sein Spieler Phil Foden: „An einem anderen Tag hätten wir meiner Meinung nach ein besseres Ergebnis erzielen können.“

Die Engländer hatten sich zweierlei vorzuwerfen: vorne trafen sie zu selten, hinten kassierten sie zu viele Tore. Das ist im Fußball zumeist das Problem, wenn eine Mannschaft nichts das gewünschte Resultat erreicht. In dieser bemerkenswerten Partie zweier Schwergewichte war das Problem aber besonders auffällig. City ging durch Kevin De Bruyne (2. Minute) und Gabriel Jesus (11.) früh in Führung. Es gibt weitere hochkarätige Chancen. Riyad Mahrez haute den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß ans Außennetz statt den mitgelaufenen Foden anzuspielen (26.). Guardiola war außer sich vor Ärger.

Atemraubender Takt in Manchester

Und plötzlich stand es statt 3:0 nur noch 2:1. Real, das die ersten Minuten des Spiels wie in einer Art Schockstarre verbracht hatte, wurde reanimiert – fast selbstredend durch ihren Besten. Karim Benzema platzierte eine halbhohe Flanke von links mit einer eleganten Abnahme am Innenpfosten (33.). In diesem atemraubenden Takt ging es nach der Pause weiter. Mahrez hat die große Chance auf ein weiteres Tor für City. Doch sein Alleingang endete am Pfosten, beim Nachschuss aus kurzer Distanz traf Foden nichts ins Tor, sondern das Bein des verbliebenen Verteidigers Dani Carvajal (48.).

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link