Zlatan Ibrahimovic trommelte seine Teamkollegen zusammen, ergriff im Moment des großen Triumphs das Wort – um ihn herum ehrfürchtige Stille. „Bleibt cool Jungs. Ich werde nicht ‚Auf Wiedersehen‘ sagen“, schrie der egozentrische Stürmerstar nach der Meisterschaft mit dem AC Mailand durch die Kabine und sorgte für einen Jubelsturm. Doch wenige Tage später könnten diese Worte hinfällig sein, dem selbsternannten „Gott“ droht das Karriereende.

Mit 40 Jahren streikt der Körper – und zwar langfristig. Wie Milan mitteilte, fällt Ibrahimovic wegen einer Operation am linken Knie sieben bis acht Monate aus. Bei einem länger geplanten Eingriff musste in Lyon das vordere Kreuzband rekonstruiert werden, auch am Meniskus gab es Nachbesserungsbedarf. Dem Schweden steht die längste Pause seiner Laufbahn bevor, das Jahr 2022 ist bereits gelaufen – und die biologische Uhr tickt mehr denn je gegen ihn.

Sein Kontrakt bei den Rossoneri läuft nach dem 30. Juni in diesem Sommer aus, nun wankt selbst eine Verlängerung um ein Jahr zu deutlich geringeren Bezügen. Eine derart lange Pause so kurz vor dem 41. Geburtstag? Eine Ewigkeit. „Sechs Monate lang habe ich wegen der Schmerzen kaum geschlafen. Ich habe noch nie so sehr auf und neben dem Spielfeld gelitten. Ich habe etwas Unmögliches zu etwas Möglichem gemacht“, schrieb Ibrahimovic am Donnerstag bei Instagram.

Er habe ein halbes Jahr ohne Kreuzband gespielt, führte er aus. Habe jeden Tag Schmerzmittel erhalten, 20 Spritzen bekommen, jede Woche die Flüssigkeit aus dem Knie gezogen bekommen. Das Gelenk sei schlicht seit Jahresbeginn durchgängig geschwollen gewesen. „Ich hatte nur ein Ziel vor Augen: meine Mannschaftskameraden und den Trainer zum italienischen Meister zu machen, denn ich hatte ihnen ein Versprechen gegeben“, schrieb er weiter.

Immer wieder hatte Ibrahimovic wegen der Schmerzen in der Rückrunde schon Spielpausen eingelegt, nur zehn Trainingseinheiten habe er absolviert. Die Torquote sprach dennoch weiter für ihn, in gerade einmal 1006 Einsatzminuten gelangen dem Mittelstürmer in der Serie A acht Tore. Noch zu seinem runden Geburtstag im Oktober hatte er sich mit Benjamin Button verglichen: „Ich wurde alt geboren, und ich werde jung sterben.“ Sein Körper sagt ihm nun etwas anderes – das Ende als aktiver Fußballspieler ist wohl nicht mehr fern.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link