Ganz so laut wie am Donnerstag ist es nicht geworden. Doch es waren auch diesmal die Frankfurter Anhänger, die gut lachen hatten und für Stimmung sorgten: Sie ließen nach Schlusspfiff die Profis in den schwarzen Trikots hochleben und spendeten Applaus für einen weiteren Achtungserfolg, den nicht allzu viele erwartet hatten. Beim Sieg in der Europa League gegen Betis Sevilla lief der Schlussakkord gewiss emotionaler ab als der Kehraus in der Leipziger Arena.

Doch Erleichterung und Zufriedenheit, sich auch in diesem Duell achtbar aus der Affäre gezogen zu haben, war den Frankfurter Spielern aufs Neue anzumerken. Erschöpft, aber lächelnd holten sie sich ihren Applaus ab und klatschten selbst für den Support von den Rängen in die Hände. Mit ihrer Kampfkraft hatten sie dafür gesorgt, dass RB nicht wie gewünscht zum Ziel kam – und es am Sonntag die Fans des hessischen Traditionsklubs waren, die in der sächsischen Frühlingssonne nach einem unterhaltsamen 0:0 den Ton angaben.

„Natürlich wissen wir, dass wir besser spielen können“

Dass es gegen den Champions-League-Aspiranten zu einem torlosen Unentschieden kam, hatte das Team von Trainer Oliver Glasner seinen Abwehrkräften zu verdanken. Die letzte Reihe vor Torhüter Kevin Trapp, die sich bei gegnerischem Ballbesitz durch das Einrücken von Filip Kostic und Ansgar Knauff zu einer Fünferkette verdichtete, stand im Zusammenspiel mit dem 31 Jahre alten Schlussmann oft unter Druck. Gegen die beste Offensive der Rückrunde (27 Treffer) minderten sie allerdings kollektiv die individuelle Klasse der Roten Bullen und verhinderten Schlimmeres. 15 Leipziger Torschüsse standen hinterher trotzdem zu Buche, dazu zwei Aluminiumtreffer, sodass Domenico Tedesco, der Coach, nicht ganz zu Unrecht festhielt, dass diese Powerperformance für sie eigentlich mehr hätte einbringen müssen.

„Natürlich wissen wir, dass wir besser spielen können. Man hat in vielen Situationen schon die Müdigkeit gemerkt“, sagte Glasner. Doch die Frankfurter, die mit 118 zusammen vier Kilometer mehr abspulten als der Favorit, verteidigten als Gruppe „mit unglaublicher Leidenschaft“, wie der Eintracht-Trainer hervorhob, und warfen sich im Strafraum im Zweifelsfall „in jeden Ball rein“. Und wenn ein Angreifer dennoch Unheil anzurichten drohte, stellte sich ihm als letzte Instanz und Ruhepol zwischen den Pfosten Trapp in den Weg.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link