Jürgen Klopp dachte im Augenblick des großen Triumphs auch an die Verlierer. Gerade hatte sein FC Liverpool im FA-Cup-Finale den FC Chelsea besiegt, und wie schon im Endspiel des Ligapokals im Februar musste die Entscheidung zwischen beiden Mannschaften im Elfmeterschießen herbeigeführt werden.

Das sei ganz schön nervenzerfetzend gewesen, sagte Klopp, der sichtlich und hörbar gelitten hatte. „Meine Fingernägel sind weg, aber ich fühle wirklich mit Chelsea“, raunte der Trainer im Fernsehinterview heiser, während seine Spieler feierten: „120 Minuten, zum zweiten Mal, und sie bekommen gar nichts. Das ist zu hart.“

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In einem spannenden Finale in Wembley mit etlichen Chancen auf beiden Seiten und mehreren Pfosten- und Lattentreffern fielen weder in den regulären 90 Spielminuten noch in der Verlängerung Tore. Erst im Elfmeterschießen setzte sich Liverpool dann 6:5 durch – und das war unterm Strich auch gerecht. Es ist Liverpools erster FA-Cup-Sieg seit 2006; und es ist das erste Mal in der 150 Jahre langen Geschichte des ältesten nationalen Fußballwettbewerbs der Welt, dass ein deutscher Trainer den Pokal gewinnt.

Klopp wird durch den Erfolg immer mehr zur Heiligenfigur für die Fans des FC Liverpool. Im Herbst 2015 trat er seine neue Stelle bei dem Klub an, der zu der Zeit nicht ansatzweise so stark war wie heute. Klopp hat Liverpool zurück zum alten Glanz der 70er- und 80er-Jahre geführt, gewann 2019 zuerst die Champions League und im Jahr darauf Liverpools erste englische Meisterschaft seit 30 Jahren.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link