Auch im Alter von 70 Jahren und nach einer weniger erfolgreichen letzten Episode als Vereinstrainer bei Manchester United hat das legendäre Selbstvertrauen von Louis van Gaal nicht gelitten – wie am Montag zu sehen war. Seit Jahren tobt in den Niederlanden eine Fußballdebatte über die Schönheit des Offensivspiels und die Zwänge der Realität.

Immer wird darüber gestritten, ob es möglich sei, dass die Auftritte der Nationalmannschaft in dem zuletzt häufig gewählten System mit drei Innenverteidigern den ästhetischen Ansprüchen dieser Fußballnation genügen können. „Meine Überzeugung ist, dass wir mit den Spielern, die wir haben, am besten dieses System spielen können“, sagte die Trainer-Legende nun und fügte einen dieser kleinen überheblichen Van-Gaal-Sätze hinzu, die so typisch sind für diesen Mann: „Leider habe ich meistens recht.“

Auch am Dienstagabend (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Nationalmannschaft und in der ARD) im Spiel gegen Deutschland wird van Gaal sein Team so spielen lassen, und die Atmosphäre im Vorfeld dieses für beide Nationen bedeutsamen Tests ist von einer gegenseitigen Wertschätzung und Sympathie bestimmt, die nicht immer so ausgeprägt war, wenn Holländer auf Deutsche trafen.

„Ich finde die Deutschen sind ganz freundliche Menschen, ich habe dort gewohnt, ich kann das wissen“, entgegnete van Gaal einem Reporter, der an das Gift in früheren Duellen erinnert hatte. Auf der anderen Seite wird sogar geschwärmt von van Gaal und seiner Bedeutung für die Entwicklung des Spiels in der Bundesliga.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link