Tobias Kempe hat sich vorgenommen, den lieben Kollegen dieser Tage zu vermitteln „wie geil es ist, mit einem Verein wie Darmstadt in die Bundesliga aufzusteigen“. Der Mittelfeldmann muss es ja wissen, er war schließlich dabei, als es den „Lilien“ im Mai 2015 gelang. Matthias Bader könnte den Mitspielern verraten, wie es denn ist, wenn sie von August an tatsächlich Bundesliga spielen sollten.

Der Rechtsverteidiger ist einer der wenigen im SVD-Kader, die schon mal erstklassig gekickt haben. Bei Bader waren es aber nur elf Minuten – im Trikot des 1. FC Köln, ausgerechnet gegen den FC Bayern. Doch wirklich erinnert werden will Bader nicht an seine rheinischen Zeiten. Die anderthalb Jahre mit nur fünf Einsätzen für die Profi- und sechs für die zweite Mannschaft hat er als dunkles Karrierekapitel abgespeichert.

Nun ist der Badener kein Typ, der viele Worte macht und tief blicken lässt. Aber auf die Frage, ob er aktuell die beste Phase seiner Fußballkarriere erlebt, erwidert er ein klares „Ja“. Er belegt dies damit, dass diese seine erste „quasi verletzungsfreie Saison“ überhaupt ist. Dass er noch nie so viel Vertrauen des Cheftrainers ge­spürt habe und er im Rahmen der Darmstädter Spielweise seine Fähigkeiten voll entfalten könne.

In der Tat ist Bader in dieser für die Südhessen so erfolgreichen Runde von ei­nem zuvor wankelmütigen Kantonisten zu einer enorm verlässlichen Konstante geworden. Ein technisch gewandter Rechtsverteidiger, der dynamisch seinen Vorwärtsdrang entfaltet – nicht als Mittel zum Zweck, sondern wenn es angemessen ist. Einzelne Unwuchten und sein Hang zu riskanten Dribblings, die er zu Beginn seines im Januar 2020 begonnenen „Lilien“-Engagements noch hatte, sind raus aus Baders Spiel.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link