„Töten als Lösung des Problems – das übersteigt meine Vorstellungskraft“: Eintracht-Frankfurt-Trainer Oliver Glasner

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Eintracht-Trainer Oliver Glasner spricht über das, was der Krieg in der Ukraine mit ihm macht, was er über Putin denkt und erklärt, warum es in Augsburg und Freiburg mehr Geld gibt als in Frankfurt.

Herr Glasner, in Charkiw, wo die Eintracht vor drei Jahren in der Europa League spielte, fliegen heute Raketen, rollen Panzer, schießen Soldaten. Wie sehr beschäftigt Sie der Krieg in der Ukraine?

Sehr. Ich war selbst in Kiew und weiß, wie es dort ausgesehen hat. Mit dem VfL Wolfsburg habe ich 2020 gegen Donezk gespielt, die schon damals ausweichen und aus dem Donbas raus mussten. Gegen Olexandria waren wir mit Wolfsburg in der Europa League in Lemberg im Einsatz. Auch damals waren das schon Kriegsregionen, da wurden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Nur heute sind die Dimensionen noch einmal ganz andere, alles ist noch viel schlimmer. Für mich war es gar nicht mehr vorstellbar, dass wir hier in Europa einen Krieg haben würden, und wir täglich Bilder zu sehen bekommen, wie Soldaten mit dem Gewehr im Anschlag Stellung beziehen, dass es Spekulationen gibt, es könne der Dritte Weltkrieg ausbrechen. Was ich gerade in den Nachrichten verfolge, erinnert mich an Geschehnisse, die ich so zuvor nur nach Raketenangriffen aus Syrien oder Afghanistan kannte. Das war auch sehr schlimm. Und heute passiert so etwas praktisch vor unserer Haustür, in Europa. Die aktuellen Ereignisse sind eine absolute Katastrophe.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link