Lange nicht mehr an Peter Pacult gedacht. Aber es ist ja nun mal so, wir Deutschen missverstehen die Bedürfnisse unserer Nachbarn schon mal. Aktuelles Beispiel: Österreich, Abteilung Fußball, Stichwort Ralf Rangnick. Der Fußball-Genius, gerade noch bei Manchester United auf der Bank, soll nun Austria in höchste Sphären führen.

Alle glücklich? Einer nicht. „Für was bilden wir Jahr für Jahr neue Trainer aus, wenn sie dann eh nie infrage kommen?“ Fragt Pacult, empört über die Bestallung eines deutschen „Professors, der andere belehren will“. Nun ließe sich, auch gegenüber einem Mann wie Pacult, dessen Zeit als Trainer des TSV 1860 München, mithin des bedeutendsten Klubs der Welt, erst zwei Jahrzehnte zurückliegt, einwenden, dass ein Professor, der andere nicht belehren will, in gewisser Hinsicht seinen Beruf verfehlt wie ein Stürmer, der sich dem Torschuss verweigert. Aber das klingt schon wieder so – deutsch.

Und das ist hier des Pudels Kern. Eben erst hat der Mainzer Franco Foda Österreichs Beste an einer weiteren Weltmeisterschaft vorbeigecoacht, von der niemand beweisen kann, dass sie sie mit österreichischem Trainer nicht gewonnen hätten, schon müssen sie weiter am deutschen Trainerwesen genesen. Armes Austria.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link