Die skandalöse Plakataktion der Ul­tras von Hellas Verona vor dem Serie-A-Spiel gegen Neapel vom Sonntagnachmittag ist in Sport und Politik Italiens einhellig verurteilt worden. Auf dem Banner, das außerhalb des Bentegodi-Stadions angebracht worden war, waren die Flaggen Russlands und der Ukraine zu sehen, gefolgt von den GPS-Koordinaten der Küstenmetropole in Kampanien.

Matthias Rüb

Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

Die unmissverständliche Botschaft des Banners war der abstruse Wunsch, die beim Einmarsch Moskaus in der Ukraine überaus aktive russische Luftwaffe möge als nächstes Ziel Neapel bombardieren. Gezeichnet war das Banner mit dem Zeichen der Hellas-Ultras der Südkurve. Der Verein verurteilte die Aktion ebenso deutlich wie die Führung der Serie A und Vertreter der Politik. Der FC Hellas Verona setze sich stets für Frieden und Verständigung ein und verurteile jede Botschaft, die zu Hass, Gewalt und Diskriminierung aufstachele, hieß es in einer Mitteilung des Klubs.

Serie-A-Chef Luigi De Siervo teilte mit, „nur Idioten“ könnten „in tragischen Zeiten wie diesen auf solche Ideen kommen“. Außenminister Luigi Di Maio sprach von einer „widerwärtigen Botschaft“. Luca Zaia, Präsident der Region Venetien, zu welcher Verona gehört, verurteilte die Aktion als „Schandtat“, die nichts mit der Leidenschaft für den Fußball zu tun habe und auch nicht mit der Aufnahmebereitschaft und dem Solidaritätsgeist der Bürger Veronas sowie der Region Venetien. Das Spiel in Verona gewann die SSC Neapel dank zweier Treffer des nigerianischen Nationalstürmers Victor Osimhen mit 2:1.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link