In dieser Woche jährte sich ein besonderes Fußballspiel. Am 7. Mai 2019 empfing der FC Liverpool den FC Barcelona im Halbfinale der Champions League in einer nahezu aussichtslosen Ausgangssituation – das Hinspiel war 0:3 ausgegangen. Aber das Stadion an der Anfield Road ist nicht umsonst ein Mythos, die Stimmung legendär.

„You’ll never walk alone“ trat von dort den Weg zur berühmtesten Stadionhymne der Welt an. Liverpool siegte in einer mitreißenden Partie 4:0, schaffte das schier Unmögliche, und alle Fernsehsender blieben nach dem Schlusspfiff dabei, um die Stimmung aufzufangen. Die Mannschaft, die sich mitsamt allen Trainern und Betreuern vor der Fantribüne aufgereiht hatte, wurde vom ganzen Stadion gefeiert, die Hymne in Dauerschleife gesungen. Und alles in einer Gänsehautatmosphäre.

Befremdliche Szenen

Was haben wir dagegen in Deutschland in diesen Tagen massenhaft gesehen? Eher befremdliche Szenen, die auch Angst machen können. Mit dem Abpfiff war am Donnerstag in Frankfurt beim Einzug in das Finale der Europa League oder am Samstag in Köln beim Erreichen eines Platzes im internationalen Wettbewerb oder in Gelsenkirchen beim Bundesliga-Aufstieg für die, die auf den Rängen blieben, die große Party mehr oder weniger vorbei gewesen, weil ein paar tausend auf den Rasen stürmten.

Gefährlich: Schalker Fans werden von den nachrückenden Massen fast erdrückt.


Gefährlich: Schalker Fans werden von den nachrückenden Massen fast erdrückt.
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Bild: EPA

In Gelsenkirchen, wo es bautechnisch wegen einiger Gräben besonders gefährlich zugeht, verstummte nach dem Schlusspfiff jede Musik, weil der Stadionsprecher verzweifelte Versuche unternahm, zur Vorsicht zu mahnen – ein aussichtsloses Unterfangen. Mehrere Verletzte wurden von Rettungskräften erstversorgt und mit Rettungswagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht, insgesamt wurden 20 Strafanzeigen erstattet. Und die Partie hatte ohnehin am Rande des Abbruchs gestanden – laut Polizei wurde 144 Mal Pyrotechnik gezündet.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link